Dienstag, Mai 21, 2024
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StartChan (Zen) BuddhismusWas ist Chan? Teil 4

Was ist Chan? Teil 4

Haben Sie schon den ersten Teil der Serie „Was ist Chan?“ gelesen click

hier finden Sie den zweiten Teil click, und den dritten Teil click

Was also ist Chan-(Zen)-Buddhismus? Gibt es keine einfache Antwort? 

NEIN, die gibt es nicht, Chan ist so vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser, hat in seiner Eigentümlichkeit viele Bedeutungen, Verwundungen, Erklärungen.

Eine davon ist, dass Chan ein cleverer Trick ist, eine Methode, um die Menschen von ihren Illusionen zu befreien, ihnen so ein ausgeglichenes Leben zu ermöglichen, ohne die schwer auf den Seelen lastenden Leiden mehr zu spüren. Wer sich durch Chan von Gier, Hass und Verblendung trennen kann, der hat sein persönliches Nirvana erreicht, der wird glücklich, achtsam und ein fühlendes Wesen. Wieso kann Chan auch ein Trick sein? Nun, wenn Sie der Philosophie des Chan folgen, dann wird sich die Welt nicht verändern, alles wird bleiben, wie es war, mit einer Ausnahme: Sie, Ihre Persönlichkeit wird sich verändern, denn Sie werden Ihre Identität ändern, anderen Vorstellungen nacheifern, Sie werden sich als Ganzes verändern. Ihr Verständnis für die Begebenheiten, Lebewesen und Dinge wird eine völlig neue Sicht erfahren, denn Ihre alten Filter werden „in Rente“ geschickt, neue Filter werden gebildet, durch die Sie das Leben völlig neu betrachten.

Unsere Persönlichkeit, die Rolle, die wir spielen, unser Verhalten, alle Handlungen, selbst der Körper in seiner Ausprägung, alles wird vom Verstand geschaffen, Buddha sagte: „Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt!“ 

Wer der Philosophie des Chan folgt, der wird plötzlich ganz andere Dinge „brauchen“, „wollen“ und „verfolgen“, als er/sie es bis dahin tat. Denn all das, was wir als Realität begriffen hatten, das hat sich jetzt geändert, durch das Abtauchen in den Chan haben wir uns eine neue, persönliche Realität geschaffen, die jetzt ganz anders die Gefühle bestimmt, andere Emotionen freisetzt, andere Kontakte ermöglicht.

Alles, was wir uns aufgebaut haben, was wir uns zurecht gelegt hatten, das ist für Chan-Buddhisten (das gilt auch für die große Gruppe der „Wohlfühl-Buddhisten“) auf einen Schlag nicht mehr wichtig, der Trick des Chan hat funktioniert, hat den Anhängern das Leben leichter gemacht. Aber selbst diese neugewonnene Realität ist eine Illusion, denn auch diese haben wir uns selbst erschaffen, nach unseren Wünschen konstruiert, denn wir wollten dem Chan folgen, haben daher die Illusionen der bedingten Welt verlassen, sind auf dem Weg zur Buddha-Natur, der bedingungslosen Akzeptanz dessen, was ist, abgewandt vom Wunsch es irgendwie „haben zu wollen“.

Egal ob Sie Chan-(Zen)-Buddhismus für einen Trick halten, oder ob Sie der spirituellen Philosophie strikt als Weltanschauung oder gar Religion folgen, wichtig ist, dass Sie in die Balance kommen, nicht mehr so schnell den Halt und/oder die Orientierung verlieren, dass Sie gelassener mit sich und Ihren Umständen umgehen. Kein Mensch kann das Leben erzwingen, in wenigen Minuten kann für jeden von uns alles vorbei sein, da kann Chan den Unterschied ausmachen, der Sie das Konstruieren von Illusionen beenden läßt, denn Angst, Gier und Egoismus sind keine Basis für eine ganze Lebensspanne, irgendwann muss der Groschen doch fallen?

Was (oder wer) ist für Sie Buddha? Ist es eine Person, ein (gewesener) großer Lehrer, oder ist er für Sie ein Gott? Steht er für Sie als Sinnbild für Erleuchtung, für das Erwachen, das jeder Mensch so dringend benötigen würde? Oder ist der große Lehrer nur eine Stimme aus längst vergangener Zeit, die Sie beruhigt, die Ihnen Frieden und Ruhe bringt, die Geborgenheit vermittelt?

Egal wie Sie die Dinge sehen, wenn der Buddhismus Ihnen hilft durch das Leben zu kommen, dann ist er richtig und wichtig, jedenfalls im Moment, und der Moment ist das Einzige was zählt.

Der Weg ist das Ziel!

In den nächsten Tagen lesen Sie weiter über das Thema „Was ist Chan?

Was ist Befriedigung, was ist Gefahr, und wie können wir Entkommen?

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Feierliche Haltung ist der Trick des Körpers, um Fehler zu verbergen

– François VI. de La Rochefoucauld – Französischer Literat – 1613 bis 1680

Glück ist keine Sache für sich – es ist lediglich ein Gegensatz zu dem, was unerfreulich ist. Das ist der ganze Trick

Mark Twain – Amerikanischer Schriftsteller – 1835 bis 1910

Der klügste Direktor ist Gottvater!
Er leitet geschickt das Welttheater.
Zwar gibt er immer das gleiche Stück,
Doch hat er einen himmlischen Trick:

Er läßt, wenn eine Reihe um,
Entstehn ein neues Publikum,
Das von Jahrhundert zu Jahrhundert
Das alte Stück als neu bewundert

Julius Bauer – Journalist und Schriftsteller – 1853 bis 1941

Einem alten Hund lehrst du keine neuen Tricks

Aus Schottland – 

Im Kampf um die Herrschaft übertrumpfen die verschiedenen politischen Parteien sich gegenzeitig mit ihren Tricks, Betrügereien, Listen und zweifelhaften Machenschaften, da sie darauf vertrauen dürfen, daß die Partei, die Erfolg hat, von der Mehrheit als Sieger bejubelt wird. Das ist der einzige Gott: der Erfolg. Auf welche Kosten, mit welch schrecklicher Schädigung des Charakters, das kommt nicht in Betracht

Emma Goldman (gebürtige Russin aus dem heutigen Litauen; emigrierte nach Amerika) – Anarchistin und Friedensaktivistin – 1869 bis 1940

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