Die kleine Plastiktüte

Plastiktüte

Die kleine Plastiktüte

Ein Freund von mir ist in die Jahre gekommen, er hat Eigentum, Auto und eine liebe Frau.

Nun wurde eine Krankheit bei ihm festgestellt, er muss für länger im Haus der Kranken wohnen.

Sein Zimmer dort ist klein, aber hell, hat ein Fenster, im Vergleich zu seinem sonstigen Anspruch ein eher bescheidenes neues Heim.

Dort hofft er, dass er wieder zurück kann, nach Hause. Aber, da er nicht sicher ist, ob er das Zimmer lebend verlassen wird, deshalb hofft er nun hier auf eine Lösung seiner Probleme, er hat Angst. Dieses Zimmer ist nun der wichtigste Platz in seinem Leben.

Seine Ansprüche sind in ganz kurzer Zeit sehr simpel geworden.

Eine andere Freundin hat sich den Fuß gebrochen, auch sie ist im Krankenhaus. Auch sie hat Wohlstand, nicht vermögend, aber ohne Sorgen.

Aus ihrem Krankenzimmer bestellte sie bei ihrer Familie Dinge, die erstaunlicherweise in eine kleine Plastiktüte passen. In einer schweren Lage reichen, wie es scheint, ganz wenige Besitztümer.

Wenige Sachen zu besitzen erscheint als vorzugswürdige Position. Der Schwabe sagt: „wer die Küh hat, hat die Müh, aber halt auch die Milch“!

Das letzte Hemd hat keine Taschen! Wenn es hart auf hart geht, dann reichen einige, wenige Sachen aus.

Wenn ich jetzt so überlege, was würde ich in meine kleine Plastiktüte packen lassen? Und brauche ich wirklich so viele Dinge im täglichen Leben?

 

Man soll weder annehmen noch besitzen, was man nicht wirklich zum Leben braucht

– Mahatma Gandhi – Indischer Rechtsanwalt – 1869 bis 1948

Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, für die der Mensch bewundert wird, falls die Leute je von ihm hören sollten

– Edgar Watson Howe – US-Autor – 1853 bis 1937

Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen ist unmöglich

– Marie Freifrau Ebner von Eschenbach – Österreichische Erzählerin – 1830 bis 1916

 

Die Pflanze im Garten, sie lebt von der Güte des Universums. Sie kann kein Wasser „holen“, ihr Überleben liegt im Schicksal. Der Drang des Menschen, durch seinen Intellekt „die Dinge bestimmen“ zu wollen, der zeigt, dass Menschen ihrem Karma schlicht nicht trauen.

Ich habe einen traumhaften kleinen Balkon, mit wunderschönen, magentafarbigen Geranien, und einer gelben, prallen Wandelrose. Wenn meine Pflanzen Wasser wollen, dann „weiß“ ich das. Sie vertrauen mir.

 

Jäten ist Zensur an der Natur

– Oskar Kokoschka – Österreichischer Maler – 1886 bis 1980

 

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