Der Zyklus des Wassers

Wasser

Der Zyklus des Wassers

Kein Regentropfen ist wie ein anderer, alle sind abweichend, verschieden groß, von unterschiedlicher Form, alle fallen auf ein anderes, kleines Stück unserer Welt nieder.
 
Tausende und Abertausende kleiner Regentropfen kommen jeden Tag auf der Erde auf, Sprühnebel entstehen, die Tropfen bilden kleine Pfützen, fliessen als Rinnsale weiter in Bäche, sie versickern, vereinigen sich zu Flüssen, treffen am Ende der Reise im unendlich blauen Meer zusammen.
 
Wenn schließlich das Wasser wieder verdampft, steigt Feuchtigkeit auf, bildet matte, weiße, wilde Wolken, die immer dichter werden, bis der Himmel das Wasser nicht mehr halten kann, und es erneut als Regentropfen auf die Erde fällt. Der ewige Kreislauf des Wassers, alles beginnt von vorn.
 
Das Wasser verschwindet nicht, taucht immer wieder auf, es wird getrunken, die Blumen werden damit gewässert, Autos gewaschen, wir duschen, putzen und verwenden es andauernd.
 
Es gibt so viel Wasser, überall. Wunderschöne Seen, zauberhafte Flüsse, kleine Bächlein. Ohne Wasser kann nichts leben! Pflanzen, Tiere und Menschen, alle sind abhängig von Wasser.
 
Was passiert mit dem Regentropfen, wenn er zur Erde fällt, stirbt er dann? Und wenn das Wasser aus der Wolke fällt, wird der Tropfen neu geboren?
 
Kann der Regentropfen sich aussuchen, wo er zu Boden fällt?
 
Der Zyklus des Wassers spiegelt als Sinnbild die buddhistische Lehre wieder, es zeigt uns als Metapher die Vergänglichkeit des Lebens; Wasser wird häufig in buddhistischen Schriften als Beispiel für „Achtsamkeit“ verwendet, das am Ende der Reise in dieselbe Art von Erlösung übergeht, die die „ERLEUCHTUNG“ uns bringen wird.
 
Wir Menschen sind wie die Regentropfen im Ozean, ähnlich dem Wasser, unsere Bauteile sind Bioelemente, die früher in anderen Formen ihre Gestalt und Ausprägung fanden, und die nun unseren begrenzten Körper abbilden. Wo aber waren diese Elemente vor unserer Existenz?
 
Erdbewohner bestehen zu einem Großteil aus Wasser. War dieser Wasserstoff vielleicht schon einmal in einem anderen Körper enthalten, diente es bereits einem anderen Menschen als Grundgerüst seiner Existenz?
 
Wie verhalten wir uns zu den Aspekten der Körperlichkeit, wenn wir davon ausgehen müssen, dass der Kohlenstoff, aus dem wir hauptsächlich bestehen, bereits in anderen Personen, Tieren, Pflanzen und Dingen, seine „Verwendung“ fand?
 
Liegt in der Gewöhnlichkeit des ewigen Kreislaufs des Wassers, des Kohlenstoffes und der anderen Bioelemente, vielleicht ein Teil der Wiedergeburt begründet?
 
„Eigner und Erben ihres Wirkens, o Mönche, sind die Wesen, ihrem Wirken entsprossen, mit ihm verknüpft, haben ihr Wirken zur Zuflucht, und die guten und bösen Taten, die sie vollbringen, werden sie zum Erbe haben.“
 
Was die Raupe „das Ende der Welt“ nennt, nennt der Rest der Welt „Schmetterling“
Laozi – Chinesischer Philosoph – 570 bis 490 v. Chr.
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