Vergangenheit und Gegenwart

Vergangenheit

Vergangenheit und Gegenwart

Die Erlebnisse der Vergangenheit reichen weit bis in die Gegenwart.

Einmal angenommen, ich wäre vor über 30 Jahren nicht in den Shaolin Tempel in China gereist, vielleicht wäre ich dann gar kein Buddhist geworden. Die Reise hat meinen weiteren Lebensweg maßgeblich bestimmt, klar war mir die Tragweite meiner Entscheidung damals nicht; heute fügt sich das Puzzle der Ereignisse ganz leicht zusammen. Wenn ich nicht in China gewesen wäre, dann hätte ich höchstwahrscheinlich diesen buddhistischen Blog nie begonnen, und Sie würden jetzt diese Zeilen nicht lesen.

Angenommen, Sie hätten an genau dem Tag, an dem Sie ihren Lebenspartner kennengelernt haben, etwas völlig anderes unternommen, wer weiß, ob Sie diesem speziellen Menschen dann trotzdem „über den Weg“ gelaufen wären. Vielleicht wäre alles völlig anders gekommen, Sie wären alleinstehend geblieben, hätten keine Kinder bekommen. Wer weiß, was unter anderen Voraussetzungen überhaupt geschehen „wäre„.

Die Entscheidungen, die wir in der Vergangenheit getroffen haben, die begleiten uns (zum Teil) bis heute, bis in die Gegenwart. Wahrscheinlich sogar darüber hinaus, bis in die Zukunft.

„Was-wäre-wenn“-Gedanken über Dinge, und wie sie vielleicht hätten gewesen sein können; „hätte-hätte-hätte“ ich doch nur dieses oder jenes anders gemacht, wie würde dann mein Leben heute sein? Solche Gedanken bringen uns nicht weiter, nach Buddha ist alles genau so gekommen, wie es hat kommen müssen, daher trifft uns auch keinerlei Schuld.

Die Ausbildung ist auch so ein wesentlicher Teil unserer Vergangenheit. Ich für meinen Teil hatte vor vielen Jahren auf Wunsch meines inzwischen verstorbenen Vaters Rechtswissenschaften studiert. Die Menschen, die ich in meinem Studium kennengelernt habe, die begleiten mich bis heute. Hätte ich etwas anderes studiert, dann hätte ich jetzt Kontakt zu ganz andere Menschen. Und anstatt mich mit rechtlichen Themen zu beschäftigen, würde ich jetzt vielleicht Marketing oder Tourismus ausüben.

Diese Vergangenheit sind wir vielleicht nicht mehr, aber sie hat uns geprägt. Die Filter, die unsere Handlungen heute bestimmen, die haben wir uns schon vor langer Zeit selbst ausgesucht. Wir haben „Vorurteile“ gefasst, da wir „im Voraus“ ein Urteil über einen Sachverhalt in unserem Gedächtnis abgelegt haben, und heute wegen auch und gerade mit diesem Vorurteil „jetzt“ etwas entscheiden.

Die Gegenwart ist voll der Vergangenheit, weil alle „Fakten“ die Reise bis zum Heute überdauert haben. Auch die Erinnerungen sind mitgekommen, die Gefühle, die wertvollen Momente waren gespeichert.

Alle unsere heutigen Taten basieren auf erlernten Prozessen, auf selbst gewählten Filtern, und auf unseren Erbanlagen. Die Zukunft basiert auf „Erkenntnis“, auf dem „Erwachen“ aus der nach Buddha nur „gefühlten“ Realität.

Welche Filter und Vorurteile wir in den morgigen Tag „mitschleppen“, dass liegt nur an uns.

Der Weg ist das Ziel, der Teil ist klar. Was morgen sein wird, wer kennt schon die Zukunft. Aber die Vergangenheit, die ist bekannt, sie prägt die Gegenwart.

 

„Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen“

– angeblich von Ramses II – Dritter altägyptischer König (Pharao) aus der 19. Dynastie des Neuen Reichs – 1303 bis 1213 v. Chr.

Bedauern bringt im Leben nichts. Es gehört zur Vergangenheit. Alles, was wir haben, ist das Jetzt

– Marlon Brando – Amerikanischer Schauspieler – 1924 bis 2004

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