Dienstag, Mai 21, 2024
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StartChan (Zen) BuddhismusDas Bewusstsein und die Ansicht des Buddhismus

Das Bewusstsein und die Ansicht des Buddhismus

Das Bewusstsein ist allgegenwärtig – wir bemerken es jedoch oft nicht. Es ist eine Selbstverständlichkeit, die wir täglich nutzen, ohne uns Gedanken darüber zu machen. Wir stehen auf, erledigen unsere Aufgaben und wiederholen das Ganze am nächsten Tag. Wir agieren wie programmierte Roboter, die ihre vorgegebenen Aufgaben erfüllen. Wir hinterfragen nicht, wer wir sind, warum wir hier sind oder wie wir überhaupt hierher gekommen sind. Doch was ist Bewusstsein? Ist es ein von uns geschaffenes Konzept, um uns über andere Lebensformen zu erheben, oder ist es ein Grundprinzip des Lebens? Ist Bewusstsein nur bei Lebewesen vorhanden oder existiert es auch ohne unser bewusstes Wahrnehmen? Wir sollten uns selbst fragen: Was bedeutet Bewusstsein für uns und wie können wir es stärker wahrnehmen?

Das Bewusstsein ist allgegenwärtig – wir bemerken es jedoch oft nicht. Es ist eine Selbstverständlichkeit

Es ist interessant zu bemerken, dass wir den Begriff „Bewusstsein“ oft benutzen, als ob jeder wüsste, was damit gemeint ist. Doch wenn wir tiefer darüber nachdenken, kann es für viele von uns verwirrend sein. Wenn wir uns wie Maschinen verhalten und unsere Handlungen automatisch ausführen, wie viel von unserem Sein ist tatsächlich bewusst? Können wir unser Leben leben, ohne bewusst zu sein? Gibt es unterschiedliche „Grade“ des Bewusstseins? Ist Bewusstsein wie ein Schalter, der von äußeren Kräften ein- und ausgeschaltet wird? Oder ist es einfach ein Begriff, den wir verwenden, um unseren Zustand des Seins zu beschreiben: „Ich lebe, also bin ich bewusst“?

Es wird immer wieder behauptet, dass Bewusstsein keineswegs von Sprache abhängig ist. Selbst ein Kind, das nicht sprechen oder in irgendeiner Weise kommunizieren kann, ist laut dieser Theorie immer noch bei vollem Bewusstsein. Vielmehr sind es die Sinne oder bestimmte Bereiche des Gehirns, die nicht funktionieren und damit ein Ausdruck verhindert wird. Wenn uns ein geliebter Mensch ins Koma fällt, verbringen wir oft viele Tage an seinem Bett, sprechen mit ihm, lesen ihm Geschichten vor und glauben fest daran, dass er uns hört und versteht, auch wenn er nicht antworten kann. Unsere Intuition sagt uns, dass Bewusstsein unabhängig von der Fähigkeit zur Sprache existiert. Aber können wir uns auf unsere Hoffnungen und Ängste verlassen oder täuschen wir uns?

Es wäre wunderbar, wenn wir Menschen unsere überholten Vorstellungen über das Bewusstsein endlich hinter uns lassen könnten. Es ist höchste Zeit, dass wir uns von der Tendenz verabschieden, bestimmte Lebewesen als „bewusst“ zu bezeichnen und andere als nicht. Diese Unterscheidung hat oft mehr mit Artenüberlegenheit und religiösem Idealismus zu tun als mit wissenschaftlichen Fakten oder spirituellen Erkenntnissen. In der Geschichte hat die Menschheit immer wieder versucht, sich als den Mittelpunkt des Universums zu sehen. Dies zeigt sich in der klassischen Literatur, die oft als Grundlage für Geisteswissenschaftskurse dient, sowie in den Medien, die uns täglich umgeben. Die Vorstellung von Artenüberlegenheit ist so tief in unserer Kultur und unserem kollektiven Bewusstsein verwurzelt, dass wir sie oft gar nicht bemerken oder hinterfragen. Es wäre ein wichtiger Schritt, wenn wir uns davon lösen könnten und die Vielfalt und Einzigartigkeit aller Lebewesen anerkennen würden.

Das Bewusstsein ist ein faszinierendes und komplexes Phänomen, das seit jeher das Interesse der Menschen geweckt hat. Es beschreibt unsere Fähigkeit, uns selbst und die Welt um uns herum wahrzunehmen, zu denken, zu fühlen und zu handeln. Während die moderne Wissenschaft versucht, das Bewusstsein aus neurologischer und kognitiver Sicht zu erklären, bietet der Buddhismus eine einzigartige Perspektive auf diese Fragestellung.

Im Buddhismus wird das Bewusstsein als einer der fünf Aggregatzustände des menschlichen Daseins betrachtet. Es wird als ein Kontinuum von Erfahrungen verstanden, das von einer Existenz zur nächsten fortbesteht. Das Bewusstsein ist jedoch nicht an ein individuelles Selbst gebunden, sondern ein fließendes Phänomen, das von Ursache und Wirkung bestimmt wird.

Nach buddhistischer Lehre gibt es sechs Bewusstseinsbereiche, die die unterschiedlichen Erfahrungen und Dimensionen des menschlichen Daseins abbilden. Diese reichen von den Sinneswahrnehmungen bis hin zu den tiefsten Ebenen des Unterbewusstseins. Jeder dieser Bereiche ist von Leiden und Unbeständigkeit geprägt, da sie von Verlangen, Ignoranz und Ichbezogenheit beeinflusst werden.

Der Buddhismus betont die Notwendigkeit, das Bewusstsein zu klären und zu erweitern, um aus dem Kreislauf des Leidens (Samsara) auszutreten. Dies wird durch die Entwicklung von Achtsamkeit und Weisheit erreicht. Achtsamkeit bezieht sich auf die bewusste Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks ohne Urteil oder Festhalten. Durch Achtsamkeit können wir die wahre Natur des Bewusstseins erkennen und uns von unseren leidvollen mentalen Zuständen befreien.

Der Buddhismus lehrt auch die Illusion des Selbst. Das Ego oder das individuelle Selbst wird als eine Konstruktion des Geistes betrachtet, die zu einem Gefühl der Trennung und des Leidens führt. Das Bewusstsein wird als kontinuierlicher Fluss von Erfahrungen verstanden, der nicht an ein festes Selbst gebunden ist. Diese Ansicht wird als Anatta (Nicht-Selbst) bezeichnet und betont die Interdependenz aller Phänomene.

Das Ziel des Buddhismus ist es, das Bewusstsein von Verblendung und Begierde zu befreien, um Erleuchtung zu erlangen. Erleuchtung wird als ein Zustand tiefgreifender Weisheit, Mitgefühl und Freiheit von allen leidvollen Zuständen beschrieben. Es ist ein Zustand des Einsseins mit allem, in dem das individuelle Selbst aufgegeben wird und eine universelle Verbundenheit mit allem Leben erfahren wird.

Zusammenfassend betrachtet der Buddhismus das Bewusstsein als einen zentralen Aspekt des menschlichen Daseins, der eng mit dem Leiden verbunden ist. Durch die Entwicklung von Achtsamkeit und Weisheit können wir das Bewusstsein klären und uns von unseren egozentrischen Tendenzen befreien.

Nicht vergessen: Der Weg ist das Ziel!

Das ganze Geheimnis des Daseins besteht darin, keine Gedanken zu haben, sondern im gegenwärtigen Moment vollständig bewusst zu sein

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null  

Dein Bewusstsein ist nicht getrennt von jedem anderen Bewusstsein. Dieses eine Bewusstsein ist das einzige wahre Wunder

Deepak Chopra – Indischer Autor von Büchern über Spiritualität, alternative Medizin und Ayurveda – geboren 1946

Das größte Geschenk, das du jemandem geben kannst, ist die Reinheit deiner Aufmerksamkeit

Richard Moss – 

Bewusstsein ist nicht etwas, das du hast, sondern etwas, das du bist

Wayne Dyer – 

Die Qualität deines Bewusstseins bestimmt die Qualität deines Lebens

Eckhart Tolle – Autor spiritueller Bücher – geboren 1948

Wenn du die Schönheit des Augenblicks vollkommen wahrnimmst, entsteht Bewusstheit

Amit Ray

Diese Zitate sollen dazu ermutigen, über das Bewusstsein nachzudenken, es zu schätzen und bewusster im gegenwärtigen Moment zu leben.

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