Sonntag, Juli 21, 2024
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Gefangenschaft

Der Geist folgt dem Körper in die Gefangenschaft, die ungleichen Mitstreiter sind meistens im Einklang.

Waren Sie schon einmal „gefangen„? Sicherlich, vielleicht nur Sekunden oder Minuten, aber gefangen waren Sie schon einmal.

Aber auch der umgekehrt Fall kommt vor, der Körper folgt dem Geist in die Gefangenschaft, es braucht eben beide Seiten der Persönlichkeit.

Es gibt viele Menschen die resignieren, die sich freiwillig in eine Art von Gefängnis begeben. Dann, wenn das Leben schwer wird, die Stimmung gedrückt bleibt, dann flüchten sich ängstliche Charaktere in die Aufgabe ihrer Selbstbestimmung, werden ab da fremdgesteuert.

Gefangenschaft ist für Körper und Geist eine Belastung, aber die mentale Komponente der Eigeninhaftierung, die ist deutlich heftiger. 

Wer nun so verunsichert ist, dass er/sie die Hoheit über den eigenen Geist und Körper abgibt, um als Herdentier dann die Stimmen im Kopf zur Ruhe zu bringen, der ist auf einem schweren Weg; auf den ersten Blick vielleicht einfacher, in Wirklichkeit aber unglaublich anspruchsvoll, denn der „gesunde Menschenverstand“ darf hier nicht mehr teilnehmen, sonst würde die freiwillige Gefangenschaft sofort beendet.

Klar, „man“ kann sich alles einfach machen, der Masse nachlaufen, ein Schaf werden und bleiben, aber ein solches Verhalten ist nicht im Sinne der buddhistischen Philosophie, die immer ein Nachsinnen über alle auftretenden Ereignisse anregt, nicht der sturen Demut einen Platz einräumt.

Was ist Gefangenschaft für Sie? Können Sie sich vorstellen wie es sein muss, wenn Sie in einem kleinen Raum inhaftiert sind? Und wie es sein muss, wenn Sie sich in eine mentale Gefangenschaft begeben? Versuchen Sie, sich in diese „Fälle“ hineinzuversetzen, wie wäre Ihr Leben, wenn Sie die Dinge anders abzufedern versuchen, wenn Sie nicht nachdenken, sondern sich mit vorgesetzten Entschlüssen abfinden würden?

Es gibt sehr viele Arten der Gefangenschaft, die meisten Möglichkeiten sind selbst gewählt. Aber nach der Lehre des großen Lehrers muss das so alles nicht sein, denn am Anfang aller Überlegungen steht die Frage: Wer bin ich?

Darauf folgt eine Antwort, die in ihrer Konsequenz jede Gefangenschaft zerstören wird, ja, zerstören muss. Egal was Sie in eine Abhängigkeit oder Anhaften gezogen hat, alles fällt ab, wenn die Antwort ehrlich ausgefallen ist. Wer sich selbst anlügen möchte, der verbleibt in der misslichen Situation.

Ja, es gibt Zwänge im Leben, kein Mensch ist eine Insel, manche Dinge müssen wir machen, andere aber eben nicht. Welche Dinge machen Sie, weil Sie wollen? Welche, weil Sie müssen? Wo liegt die Grenze für Sie?

Der Weg ist das Ziel!

Schwer ergründlich, groß in Künsten schwelgt der Geist in den Gedanken.
Glück ist er allein dem Weisen, der ihn achtsam hält in Schranken

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Auch der Vogel, der in Gefangenschaft lebt, erliegt zweimal jährlich dem Zugtrieb

Zoologisches Lexikon – 

Schmerzlichstes Abbild der Zivilisation: ein Löwe, der die Gefangenschaft gewohnt war und, der Wildnis zurückgegeben, dort auf und ab geht wie vor Gitterstäben

Karl Kraus – Österreichischer Schriftsteller – 1874 bis 1936

Gott wartet auf Menschen, die über die Gegenwart hinausschauen können, die schon in der Gefangenschaft die Lust der Freiheit ahnen, die an die unerschöpfliche Kraft glauben, welche mehr Wege hat, als wir berechnen können

Friedrich Naumann – Deutscher Politiker – 1860 bis 1919

Wir alle, ohne Unterschied, leben in einer Art Gefangenschaft, und angebunden sind auch die, die uns angebunden haben, du müsstest denn die Kette an der Linken für leichter halten. Den einen fesseln Ehrenstellen, den anderen Reichtum; einige leiden unter ihrer vornehmen Geburt, andere unter dem Gegenteil; manche müssen sich fremde Herrschsucht gefallen lassen, manche hinwiederum sind Opfer der eigenen.

Lucius Annaeus Seneca – Römischer Philosoph – ca. 4 vor – 65 nach dem Jahr Null

Es war eine erhabene Vorstellungsart des Weisen, wie ihn sich der Stoiker dachte, wenn er ihn sagen ließ: Ich wünsche mir einen Freund, nicht der mir in Armut, Krankheit, in der Gefangenschaft u.s.w. Hilfe leiste, sondern damit ich ihm beistehen und einen Menschen retten könne; und gleichwohl spricht eben derselbe Weise, wenn sein Freund nicht zu retten ist, zu sich selbst: Was geht’s mich an? Er verwarf damit die Mitleidenschaft

Immanuel Kant – Deutscher Philosoph der Aufklärung – 1724 bis 1804

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