Dienstag, Mai 21, 2024
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StartChan (Zen) BuddhismusDas Essen im Tempel Teil 2

Das Essen im Tempel Teil 2

Bei meinen Aufenthalten im Shaolin Tempel wurde mir die vegetarische Lebensweise im Kloster immer angenehmer, auch wenn ich bei meinen Ausflügen an den freien Tagen gerne in den Restaurants in Dengfeng und Zhengzhou alle möglichen Speisen probierte. Meine Lieblingsspeise wurde Peking Ente, die ich bis heute gerne esse.

Bei den Buddhisten gibt es die Gruppe der Vegetarier (und natürlich die Untergruppe der Veganer), die sicherlich einen großen Teil der Anhängerschaft ausmacht. Die Kontroverse „Fleisch“ (und natürlich auch Fisch) wird teils erbittert geführt. Bei meinen Aufenthalten in Südostasien (ich habe insgesamt fast 10 Jahre in diesem Teil der Welt gelebt) ist mir immer wieder aufgefallen, dass thailändische, kambodschanische und vietnamesische Mönche häufig Fleisch und Fisch konsumieren (und auch gerne etwas trinken), chinesische Mönche aber meist fleischlos leben, keine Zwiebel und keinen Knoblauch konsumieren (die sollen nach ihrer Ansicht rauschartige Gefühle hervorrufen), anders wie ihre südostasiatischen Kollegen auch völlig abstinent leben.

Die Art der Ernährung haben chinesische (buddhistische) Mönche früh von den indischen Vorbildern übernommen und bis heute wenig daran verändert.

Den kämpfenden Shaolin-Mönchen ist der Genuss von tierischen „Produkten“ traditionell erlaubt, da das Training des Kung Fu in dieser speziellen Ernährung sonst zu wenig Eiweiße enthält, was wiederum (im Kampf) ein deutlicher Nachteil wäre, der menschliche Körper ist von der Evolution her ein Allesfresser, was eben auch Fleisch und Fisch mit einschließt.

Buddha selbst hat nachweislich (auch) Fleisch konsumiert, jedenfalls ist dies im sog. Pali-Kanon so geschildert. Auch in den Regeln der Bettelmönche ist Fleisch ausdrücklich gestattet, weitere Anweisungen (angeblich sogar von Buddha selbst) in unterschiedlichen Schriften geben für Fleisch kaum Beschränkungen. Die Tötung eines Lebewesens ist jedenfalls nicht mit dem Weg zur Erleuchtung zu vereinbaren, das Akzeptieren eines „Anteils“ jedoch schon. Wie gesagt war der chinesische Weg für Mönche schon ganz früh ohne Fleisch und Fisch, eine Besonderheit, die sich bis heute erhalten hat.

Bereits zu Lebzeiten Buddhas war die Ernährung ein Thema, Übermaß und Völlerei waren Laster, die auch Mönche betraf. So ordnete der große Lehrer an, dass seine Anhänger nur bis zur Mittagszeit essen sollten, um so der Sucht nach Speisen und der Fettleibigkeit zu begegnen. Buddha selbst war in deiner Ernährung diszipliniert, aß wenig und fastete häufig.

Im Shaolin Tempel in China werden vor der Mahlzeit häufig Gesänge angestimmt, die auf die Speisen einstimmen sollen. Die üblichen vegetarischen Speisen sind kaum gewürzt, meist gedünstet und nicht frittiert. Immer gibt es Reis, auch zu Nudeln, Gemüse jeder Art werden darüber gelegt. Nach der Tradition sollen Mönche im Tempel (soweit möglich) kein Fleisch zu sich nehmen, da es den „Samen“ des Mitgefühls zerstören würde.

Der Weg ist eben das Ziel!

Wer nicht tötet noch töten lässt, nicht Gewalt tut noch Gewalt tun lässt, wer gegen alle Wesen gütig gesinnt ist, hat keinerlei Feindschaft zu fürchten

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Die Armen suchen Fleisch für ihren Magen, die Reichen einen Magen für ihr Fleisch

Netzfund

Die Annahme, daß die Mitwelt einen anständig behandelt, wenn man ein anständiger Mensch ist, ähnelt der Erwartung, daß ein Stier nicht auf einen losgeht, weil man vegetarisch lebt

Netzfund

Zarathustra sagt, dass er schon seit seinen frühesten Jahren dem Essen von Fleisch abgeschworen habe und dass die Zeit kommen werde, in der alle Menschen so wie er mit einer vegetarischen Diät zufrieden sein und den Mord an Tieren dem Mord an Menschen gleichsetzen werden

Leonardo da Vinci – Italienischer Maler, Bildhauer und Universalgelehrter – 1452 bis 1519

Ein Hecht, vom heiligen Anton bekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn, am vegetarischen Gedanken moralisch sich emporzuranken.

Er aß seit jenem nur noch dies: Seegras, Seerose und Seegries. Doch Gries, Gras, Rose floß, o Graus, entsetzlich wieder hinten aus.

Der ganze Teich ward angesteckt. Fünfhundert Fische sind verreckt. Doch Sankt Anton, gerufen eilig, sprach nichts als: Heilig! heilig! heilig!

Christian Morgenstern – Deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer – 1871 bis 1914

Der Geist ist willig, doch das Fleisch nicht billig

Netzfund

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