Donnerstag, Mai 19, 2022

Das Richtige tun

Gerade Buddhisten wollen häufig das Richtige tun, sind rechtschaffene Menschen, wollen keinem Lebewesen schaden.

Aber was ist ‚das Richtige‘, ist nicht für jeden Menschen diese Einordnung subjektiv, von den persönlichen Filtern abhängig?

Schon zu Zeiten des Jesus Christus schien dies ein Problem zu sein, steht doch in der Bibel (Lukas 18:9-14), dass Einige darauf vertrauten, dass sie rechtschaffen seien, und die verachten würden, von denen sie glaubten nicht rechtschaffen zu sein. Für die hatte der Religionsstifter auch den Rat, dass der, der sich selbst erhöht, erniedrigt wird, und der sich demütigt, der wird den erhöht.

Über die Jahrhunderte wechselte die Meinung über die Rechtschaffenheit gar häufig die Seiten, abhängig von Macht und Mächtigen wurde der einfache Mensch nur Spielball der Autoritäten. Gerne denken viele Menschen, dass sie das Recht schaffen, rechtschaffen sind.

Aber nach Buddha sollen wir nicht wollen, nicht wünschen und nicht einteilen, was heute „gut“ erscheint, das kann sich schon morgen als völliger Reinfall entpuppen, was „schlecht“ erschien wird manchmal zu einem Glücksfall.

Und worüber sich die Wenigsten auch nur Gedanken machen ist die Tatsache, dass Rechtschaffenheit auch komplett „in die Hose“ gehen kann. Denn es gibt einen großen Unterschied zwischen Rechtschaffenheit und Selbstgerechtigkeit, welcher nicht einem Jeden bekannt sein dürfte.

Das Richtige zu tun, das ist bereits im edlen achtfachen Pfad Buddhas klar erwähnt, nämlich rechtes Sehen, rechtes Verstehen (Erkennen), rechtes Sprechen und rechtes Handeln, also alles rechtschaffene Schritte.

Die Lehre des Lehrers aller Lehrer erreichte einen kritischen Punkt, als der Erhabene sich überlegte, ob er die eigenen Vervollkommnung oder die Verbreitung seiner Weltsicht anstreben sollte. Also klar die Abgrenzung zu machen zwischen Rechtschaffenheit und Selbstgerechtigkeit zu betreiben. Sein Entschluss ließ auf sich warten, er konnte sich eine Weile nicht entscheiden. Dann aber zog er die Weitergabe der Lehre seinen eigenen Studien vor, der Buddhismus hatte einen wichtigen Wendepunkt erfahren.

Aber was ist das Richtige? Diese Frage ist noch immer ungelöst. Nun, die Leser meines Blogs werden eine gute Grundidee „vom richtigen Tun“ haben, denn hier ist nicht eine Wertung gemeint, sondern ein Handeln, welches ohne Anhaftungen, ohne Wünsche, ohne Meinungen, ohne Wertungen und ohne Vorurteile auskommt. So sollen wir also ein rechtschaffenes Leben leben, nicht die Dinge und Lebewesen werten, deshalb dann „glücklich“ leben.

Jedenfalls ist der Mensch eine rechtschaffene Person, der die Wahrheit spricht, denn am Anfang stehen die kognitiven Fähigkeiten, wer nicht die Wahrheit spricht, der findet den weglosen Weg nicht, denn der edle achtfachen Pfad Buddhas kann nicht ohne Wahrheit sein.

Als studierter deutscher Jurist weiß ich in etwa, wie Recht sein müßte, aber davon sind wir in dieser Gesellschaft noch zu weit entfernt. Verwandelt sich Rechtschaffenheit jedoch in Selbstgerechtigkeit, dann sind die Probleme vorprogrammiert.

Denn dann fällt das Herz in Aufruhr, die Einbildung, Arroganz und Ignoranz erzeugen Hass, Gier und Verblendung, woraus Ärger, Wut und Enttäuschung entspringen. Hier ist es dann nicht mehr weit zu Wahnvorstellung, die nicht selten in einer Anstalt enden, nach Buddha sind es die Gedanken, die uns krank machen. Sind Sie rechtschaffen?

Der Weg ist wie immer das Ziel!  

 

Welt ist wie ein Königswagen, kommt und schaut nur! – Bunt und bunter. Welt tropft ab vom Geist des Weisen; nur der Tor taucht in ihr unter

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Dennoch ist kein Verhalten so rechtschaffen und selbstlos, als dass es nicht von Unwissenden falsch verstanden und von Böswilligen falsch ausgelegt werden könnte

Henry Fielding – Englischer Richter und Verfasser von Sittenromanen – 1707 bis 1754

Möge jemand tun oder sagen, was er will, mir gebührt es jedenfalls, rechtschaffen zu sein; ebenso wie wenn das Gold oder der Smaragd stets sagen würden: Tue oder sage einer, was er will, ich werde doch ein Smaragd bleiben und meine Farbe behalten

Marc Aurel – Römischer Kaiser und Philosoph – 121 bis 180

Der sittliche Mut ist es, der die höchste Stufe der Menschlichkeit kennzeichnet; der Mut, die Wahrheit zu suchen und zu sagen; der Mut, gerecht und rechtschaffen zu sein; der Mut, der Versuchung zu widerstehen und seine Pflichten zu erfüllen

Samuel Smiles – Schottischer Schriftsteller – 1812 bis 1904

Die Religion hat weit höhere Absichten, als den rechtschaffnen Mann zu bilden. Sie setzt ihn voraus; und ihr Hauptzweck ist, den rechtschaffnen Mann zu höhern Einsichten zu erheben

Gotthold Ephraim Lessing – Deutscher Dichter der Aufklärung – 1729 bis 1781

Jeder weiß, wie löblich es ist, wenn ein Fürst sein Wort hält und rechtschaffen und ohne List seinen Weg geht. Gleichwohl zeigt die Erfahrung unserer Tage, daß die Fürsten, die sich aus Treu und Glauben wenig machten und die Gemüter der Menschen mit List zu betören verstanden, Großes vollbracht haben und sich schließlich gegen diejenigen, die redlich handeln, durchgesetzt haben

Niccolo Machiavelli – Florentinischer Politiker und Diplomat – 1469 bis 1527  

 

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