Wie man loslässt I

Wie man loslässt I

Allenthalben ist zu lesen, dass wir loslassen sollen.

Das ist vom Prinzip her eine sehr schöne Idee, doch wie das funktionieren soll, das steht meist nicht dabei. Die Anhänger Buddhas haben wenigstens eine Grundlage in Meditation und Kontemplation, können aber häufig die Gelassenheit und Ruhe aus der Meditation dann nicht mit ins wahre Leben nehmen. Die Ereignisse des Alltags stören die innere Ruhe schnell, der übliche Irrsinn kehrt zurück, die guten Vorsätze sind schlagartig vergessen.

Im Hauptteil der Fälle klappt das Loslassen überhaupt nicht, selbst trainierte Menschen fallen immer wieder in ihre alten Verhaltensweisen zurück.

Wie also kann man loslassen, sich den Ängsten verweigern, endlich zu sich selbst finden?

Nun, fangen wir damit an, dass ich das Loslassen näher erkläre. Unter loslassen ist nicht gemeint, sich wie Buddha unter einen Baum zu setzen, mit der Familie und mit Freunden (de facto) zu brechen, um dort über einen längeren Zeitraum zu meditieren. Buddhismus im Alltag ist das Motto dieses Blogs, hier geht es um die allgemeine Anwendung der buddhistischen Philosophie im normalen Leben.

Solche „normalen“ Leute können nicht einfach aus dem kompletten Leben auszusteigen, Familien und Kinder zurückzulassen, so wie Buddha das zu seiner Zeit tat. Sein Fall war auch komplett anders, er war ein Prinz, ein Edelmann, ihm fiel es wahrscheinlich ungleich leichter die Familie zu verlassen, da er diese in einem Palast wusste, gut versorgt und behütet. Für Menschen, die eine gewöhnliche Lebensweise haben, die Rücksichtnahme auf das Umfeld beinhaltet, die in einer Gemeinschaft sind, Zwängen und Abläufen unterworfen sind, ist an so einen Auszug in die Hauslosigkeit nicht einmal zu denken (für mich heutzutage auch nicht mehr, ich habe ebenfalls Verpflichtungen, die ich gedenke einzuhalten).

Was also macht ein „Normalverbraucher“, der dem Buddhismus zugetan ist, aber durch die Philosophie Buddhas nicht wirklich durchsteigt? Richtig, er/sie gibt irgendwann auf, kauft noch eine weitere Buddhastatue im Baumarkt, und läßt es dann bei den guten Vorsätzen bewenden. Hin und wieder liest man noch den einen oder anderen Artikel über das Loslassen, gerne auch über Achtsamkeit, aber das war es dann.

Generell gesagt ist das Loslassen nur eine Entscheidung, vergleichbar etwa mit dem Entschluss das Rauchen aufzugeben, oder abzunehmen. Eine willentliche Handlung, mehr nicht. Ich will nicht mehr rauchen, nicht mehr dick sein, nicht mehr anhaften, ich will loslassen, ab jetzt glücklich leben.

Leichter gesagt, wie getan. Im zweiten Teil von „Wie man loslässt“ lesen Sie morgen, wie die Angelegenheiten dann in der Praxis umsetzbar ist.

Der Weg ist das Ziel!

 

In der Meditation begegnen wir dem göttlichen Urgrund, wir kommen der Mitte des Lebens ein Stück näher

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Man muss Altes loslassen können

Virginia Rometty – US-amerikanische Informatikerin und Managerin – geboren 1957

Manche können es nicht lassen – das nicht Loslassen können

Gerhard Uhlenbruck – Deutscher Mediziner und Aphoristiker – geboren 1929

Wenn Ihr den Mist in Eurem Leben schon nicht loslassen könnt, packt ihn wenigstens hinter Euch, dass er Euch nicht andauernd den Blick auf die Zukunft versperrt

Bernhard Hennen – Deutscher Fantasy-Schriftsteller – geboren 1966

Es gibt im Leben Zeiten, in denen Menschen wissen müssen, wann sie nicht loslassen sollten. Luftballons sind dazu bestimmt, dies kleine Kinder zu lehren

Terry Pratchett – Englischer Fantasy-Schriftsteller – 1948 bis 2015

Der Glaube an Gott ist ein Sichöffnen, ein Loslassen, ein tiefes Vertrauen, eine bedingungslose Liebe – aber manchmal war es so schwer zu lieben. Manchmal sank mein Herz vor Wut, Verzagtheit und Erschöpfung so tief, dass ich befürchtete, es würde bis ganz hinab auf den Grund des Pazifiks sinken und ich würde es nie wieder heraufziehen können. In solchen Augenblicken versuchte ich mir Mut zu machen. Ich fasste mir an den Turban, den ich mir aus den Überresten meines Hemds gewunden hatte und rief: „DAS IST GOTTES HUT!“ Ich fuhr mir über meine Hosen und rief: „DAS SIND GOTTES KLEIDER!“ Ich wies auf Richard Parker und rief: „DAS IST GOTTES KATZE!“ Ich wies auf das Rettungsboot und rief: „DAS IST GOTTES ARCHE!“ Ich breitete meine Arme weit und rief: „DAS SIND DIE GÖTTLICHEN GEFILDE!“ Ich hob den Finger zum Himmel und rief: „DAS IST GOTTES OHR!“ Auf diese Weise rief ich mir ins Gedächtnis, was die Schöpfung war und wo ich meinen Platz darin hatte

Yann Martel – Kanadischer Schriftsteller – geboren 1963

 

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