Es ist überliefert, dass Buddha bei der Stadt Assapura im Land der Aiganer eine längere Lehrrede gehalten hat, die zuerst immer weiter mündlich überliefert wurde, bis man sie eines Tages aufgeschrieben hat.
Die Sprache, in der die Aufzeichnung erfolgte, wirkt heute aus der Zeit gefallen, weshalb hier eine moderne Zusammenfassung der Worte Buddhas veröffentlicht wird.
Teil 2: Verhalten und Lebensweise
So habe ich gehört:
Buddha sprach: „Ihr angehenden Mönche“
Diese erwiderten: „Ehrwürdiger Herr“
Der Erhabene sprach wie folgt:
„Was sind die Dinge, die wir üben sollten? Wir sollten mehr Schamgefühl entwickeln, und vor falschem Tun zurückschrecken. Unser Verhalten muss tadellos und geläutert, die Handlungen klar und offen, aber trotzdem beherrscht sein. Denn es gibt immer mehr zu tun, niemals ist das Ziel erreicht, unser Schamgefühl ist niemals perfekt.“
„Besonders in unserer Sprache müssen wir klar und immer offen sein, hier kann es kein falsches Sprechen geben. Wir können uns dabei nicht ausruhen, obwohl wir falsches Sprechen vermeiden wollen, ist auch hier das Ziel noch lange nicht erreicht, nicht immer gelingt uns, was wir wollen.“
„Auch gilt dies für das geistige Verhalten, auch beim Denken müssen wir die Scham aufrecht erhalten, nicht falsche Gedanken hegen, geläutert und klar soll unser Geist sein, auch dabei gibt es noch viel mehr zu tun.“
„Unsere ganze Lebensweise soll klar, tadellos und geläutert sein, beherrscht und offen wollen wir unser körperliches, geistiges und sprachliches Verhalten bestimmen.“
„Auch wollen wir uns für unser Verhalten nicht selbst loben, oder Andere als gering erachten, die nicht so leben.“
So sprach Buddha!
Was wollte Buddha seinen Anhängern mitteilen?
Er sagte, dass wir nicht in unseren Bemühungen innehalten sollen, uns nicht mit schon Erreichtem zufriedengeben sollen, das Verhalten kann immer noch besser beachtet, noch achtsamer, noch hingebungsvoller verwirklicht werden. Wer auf der Reise zur „Erleuchtung“ ist, der kann noch disziplinierter und korrekter handeln, mehr Energie und Kraft in sein Verhalten stecken.
Unser Schamgefühl müssen wir ständig im Auge behalten, in der völlig gestörten, modernen Welt verrutscht die Perspektive immer wieder, die Eindrücke sind hart, die Auswirkungen noch härter.
Nach Buddha sollen wir nicht denken, dass es für uns nichts mehr zu tun gibt, weil wir schon sehr auf unsere Handlungen achten, nein, wir sollen noch mehr Aufmerksamkeit auf das Erkennen, das Sehen, das Reden und das Verhalten legen.
Wenn es noch mehr zu tun gibt, dann sollten wir es tun!
Der Weg ist das Ziel!
Lesen Sie hier die anderen Teile der wichtigen Lehrrede Buddhas bei der Stadt Assapura:
Teil 1 – Über die Mäßigung beim Essen
Teil 2 – Verhalten und Lebensweise
Teil 6 – Die verschiedenen Arten wahren Wissens
Teil 7 – Klarheit und Achtsamkeit
Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts, und er verwirft auch nichts
– Buddha – Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null
Bildung bedeutet nicht, den Menschen beizubringen, was sie nicht wissen. Es bedeutet, sie zu lehren, sich so zu verhalten, wie sie sich nicht verhalten
– Abraham Lincoln – US-amerikanischer Präsident – 1809 bis 1865
Eine Schwäche des Verhaltens wird eine Schwäche des Charakters
– Albert Einstein – Theoretischer Physiker – 1879 bis 1955
Ich kann dein Gewissen nicht wahrnehmen. Ich kenne nur Ihr beobachtbares Verhalten und was Sie teilen wollen
– Fritz Perls – Psychiater und Psychotherapeut – 1893 bis 1970
Wie sich der Teil zum Ganzen verhält, so die Ordnung des Teils zur Ordnung des Ganzen
– Dante Alighieri – Italienischer Dichter und Philosoph – 1265 bis 1321
Das Entscheidende, um der Welt Frieden zu bringen, ist unser tägliches Verhalten
– Jiddu Krishnamurti – Spiritueller Lehrer indisch-brahmanischer Herkunft – 1895 bis 1986