Anhaftungen

Anhaftungen

Was alles an uns anhaftet, sich über die Jahre auf unsere Persönlichkeit legt! Und an was (oder wem) wir haften, was wir alles mit uns schleppen!

Wenn wir etwas tun (oder unterlassen), dann hat das Konsequenzen, die Dinge „haften“ an uns, wir ziehen einen Scherbenhaufen hinter uns her, der unsere Gegenwart beeinflußt.

Aber nicht nur die Dinge und Menschen haften an uns, nein, auch wir haften an ihnen an.

Nach der Lehre Buddhas sind Anhaftungen eine der Gründe, weshalb wir leiden, denn tief in uns wissen wir, dass NICHTS auf dieser Welt von Dauer ist, wir uns von allem Liebgewordenen verabschieden müssen.

Wenn wir uns dann eines Tages von geliebten Dinge und Menschen trennen (müssen), dann leiden wir erst richtig, da nun der finale Aspekt das bestimmende Gefühl geworden ist.

Dies wissend sollten wir erkennen, dass die Anhaftungen uns belasten, uns nicht wirklich glücklich machen können, Glück folglich nur aus uns heraus entstehen kann, nichts mit äußerlichen Dingen (oder anderen Menschen) zu tun haben wird, da diese Anhaftungen ja zu einem Ende kommen müssen.

Anhaftungen bedeuten, dass wir Menschen alles so behalten wollen, wie es ist, dass wir Veränderungen scheuen, und uns letztlich nicht mit dem natürlichen Lauf der Dinge abfinden wollen (oder können).

Wenn wir nun die Anhaftungen von unseren Mitmenschen „zerstören“, dann kann das viele Schmerzen verursachen, aber manchmal müssen wir so handeln, wie es unser Karma vorgibt, uns bleibt keine Wahl. Sicherlich können wir achtsam und vorsichtig umgehen, auf die Gefühle der Anderen eingehen, aber wir müssen manche Dinge tun, ob wir wollen, oder nicht.

Was ist mit Ihren Anhaftungen? Welche Anhaftungen haben Sie, und wie gehen Sie mit diesen um? Werden Sie von Ihren Anhaftungen manchmal sogar vereinnahmt?

Aber warum haften wir selbst an Dingen, wo wir doch um die wahre Natur unseres Ichs wissen (oder wenigstens vermuten, wie die Zusammenhänge sind)? Wenn wir einig sind mit dem Universum und unserer Persönlichkeit, unserem Ich, dann werden wir auch unsere Anhaftungen ablösen können, ganz so, wie es uns der Lehrer aller Lehrer vorgemacht hat.

Am Anfang steht die Frage: Wer bin ich? Unsere „Unwissenheit“ über die universelle Existenz wird durch eine Antwort darauf sogleich minimiert.

Wir sind nicht der Körper, den wir als Vehikel nutzen, wir sind nicht das Ego, das ständig etwas anderes will, nach Ablenkung und Spass dürstet, wir sind eine universelle und gemeinsame Existenz.

Daraus folgt, dass wir nicht werten sollen, sondern die Umstände einfach so akzeptieren müssen, wie sie sind, nicht so, wie wir sie haben wollen.

Die Furcht vor dem Vergehen aller Dinge und Menschen steckt tief in uns, aber sie ist völlig nutzlos, denn am Ende werden alle lieb gewordenen Dinge und Menschen von uns getrennt sein. Da wir dies „wissen“, können wir auch jetzt schon danach handeln, unsere Anhaftungen lösen (oder verkleinern), uns auf das wirklich Wichtige konzentrieren.

Wer bin ich?

Das ist die Frage aller Fragen!

Wollen Sie glücklich leben? Wie stehen Sie zu Ihren Anhaftungen?

Werden Sie sich Ihrer Anhaftungen bewußt, machen Sie sich Ihre Energien zunutze.

Warum hafte ich etwa an meiner nach außen gelebten Rolle an, obwohl ich weiß, dass ich das nicht bin?

Das Festhalten von Menschen und Dingen, das Alles-so-behalten-wollen-wie-es-ist, das Begehren, das sind nicht wir, das ist unser EGO!

 

Veränderung ist niemals schmerzhaft, nur die Angst vor Veränderung ist es

Buddha – Ehrenname des indischen Religionsstifters Siddhartha Gautama – ca. 500 vor dem Jahr Null

In der Anhaftung eines Menschen an seinem Leben gibt es etwas Stärkeres als alles Elend der Welt

Albert Camus – Französischer Schriftsteller und Philosoph – 1913 bis 1960

Von Anhaftung befreit sind wir erst, wenn wir uns das Liebgewonnene ohne Wehmut in Flammen vorstellen können

Andreas Tenzer – Deutscher Philosoph und Pädagoge – geboren 1954

Alle Religionen sagen: „Befreie dich von deinen Anhaftungen.“ Nur Chan (Zen) hat den Mut zu sagen: „Befreie dich von dir selbst.“ Dich von deinen Anhaftungen zu befreien, ist ein Kinderspiel. Der wirkliche, der authentische Sucher befreit sich letztlich nicht nur von den Dingen, sondern auch von sich selbst. Er lässt die Idee „ich bin“ los

Osho – Indischer Philosoph und Begründer der Neo-Sannyas-Bewegung – 1931 bis 1990

Alle Angst resultiert letztlich durch die Anhaftung an eine Illusion

David Steven Kiser

Wer werden will, was er sein sollte, der muss lassen, was er jetzt ist

Meister Eckhart – Thüringischer Theologe und Philosoph des Spätmittelalters – 1260 bis 1328

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