Bin ich Buddhist?

Bin ich Buddhist?

Das Leben der Menschen ist schrecklich. Ab dem Moment, in dem das Leben beginnt, kann es auch schon wieder enden.

Die Arten eines möglichen Todes sind unendlich, von „aus dem Bett fallen und das Genick brechen“ bis zu „im hohen Alter friedlich einschlafen“, ist alles dabei.

Wir wissen, dass es jeden Augenblick „vorbei“ sein kann, wir wissen um die Endlichkeit des Sein, trotzdem sind nur die Wenigsten bereit, sich wirklich einmal Gedanken über die Zusammenhänge zu machen.

Im westlichen Kulturkreis ist ein solches Überlegen nicht üblich, lebten doch unsere Vorfahren nach religiösen Traditionen, die auf einem „Über- und Unterordnungsverhältnis“ mit einem Gott basierten, also wenig Platz für Eigenständigkeit ließen.

Wie alle Dinge, so sind auch Spiritualität und Glaube der Wandlung unterworfen, Götter kamen, einige blieben, viele vergingen. Von den einstigen Glaubensvorstellungen ist heute wenig übrig, Gotteshäuser sind kaum noch frequentiert, die Menschen haben sich in großer Zahl von den alten Lehren emanzipiert.

Aber weil das Leben endlich ist, und sich alle Kulturen über Sinn und Unsinn des Lebens ihre Gedanken gemacht haben, so sucht auch der „moderne“ Mensch nach Antworten auf seine Fragen. Im Laufe der Geschichte entwickelte sich häufig ein bizarres Verhältnis zum Tod, und damit auch zum Leben.

Die Lehre Buddhas legt hier ein völlig anderes Konzept vor, dass sich auf den Menschen selbst richtet. Nicht die höhere „Macht“ soll es richten, sondern der Einzelne selbst in Eigenverantwortung.

Sicher haben Sie sich schon selbst einmal gefragt, ob Sie „gläubig“ sind, ob es einen Gott gibt. An welcher Lehre könnte „etwas dran“ sein? Klar, wir wurden auf die eine oder andere Art erzogen und geprägt, aber Glaube ist etwas sehr persönliches. Als ich aufgewachsen bin, durfte etwa ein Katholik keine Evangelische heiraten, das war ein Sakrileg. Heute ist das kaum mehr so, an diese Stelle sind jetzt übergeordnete Glaubensfragen getreten.

Erfrischend anders sieht der Buddhismus die Sache mit der Spiritualität. Die Philosophie Buddhas hat die Erkenntnis zum Ziel, kein Gott muss angebetet werden.

Nach dem großen Lehrer steht als Ziel des Menschen das „Erwachen“ im Fokus, ein selbstverantwortlich zu erreichendes Ereignis.

Selbstverantwortlich, das sind ja ganz ungewohnte Töne. Niemand, der mir sagt, was ich zu tun habe?

Vielleicht haben Sie sich schon einmal über die Philosophie Buddhas Gedanken gemacht? Würde diese Lehre zu mir passen? Mir Frieden und Ruhe bringen?

Eine Überlegung wäre die Sache schon wert!

 

Der Ermordete ist nicht ohne Verantwortung an seiner Ermordung. Und der Beraubte nicht schuldlos an seiner Beraubung. Der Rechtschaffene ist nicht unschuldig an den Taten des Bösen
Khalil Gibran – Libanesischer Künstler und Dichter – 1883 bis 1931

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit; das ist der Grund, warum die meisten Menschen sich vor ihr fürchten
George Bernard Shaw – Irischer Dramatiker – 1856 bis 1950

Niemand ist für seine Taten verantwortlich, niemand für sein Wesen; richten ist soviel als ungerecht sein
Friedrich Nietzsche – Deutscher Philosoph – 1844 bis 1900

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