Eine kleine Geschichte des Zen (Chan)-Buddhismus

Zen Buddhismus

Eine kleine Geschichte des Zen (Chan)-Buddhismus

Der weglose Weg durch das torlose Tor

Das als „Zen“-Buddhismus bekannt gewordene Chan (Chinesisch für Zen) wurde im Shaolin Tempel China vom indischen Mönch Bodhidharma ca. 500 n. Chr. begründet, der den Lehren Buddhas eine bis dahin nicht gewohnte Ausprägung verschaffte.

 

Von Shaolin aus hat sich Chan über die ganze Welt verbreitet. Heute gibt es ganz verschiedene Strömungen innerhalb des Zen (Chan)-Buddhismus, die auf unterschiedliche Interpretationen der Buddhanatur aufbauen. Im Westen hat sich die japanische Form des Chan als Zen durchgesetzt.

 

Zen (Chan)-Buddhismus gehört zur Linie des Mahayana Buddhismus.

 

Die grundsätzliche Aussage des Zen (Chan)-Buddhismus ist, dass die Anhaftung an der Illusion eines „Ego“ die Ursache allen Leids der Menschen ist. In der Tatsache, dass wir NICHTS halten oder behalten können, ALLES wieder verlieren werden, liegt der Urkomplex der denkenden Lebewesen. Das Wissen um diesen Umstand treibt uns solange um, bis wir gegebenenfalls „Erleuchtung“ erfahren, die den Kreislauf des Leidens dann beendet.

 

Aus der Lehre des Zen (Chan)-Buddhismus ergibt sich daher, dass die permanente Beschäftigung mit sich selbst immer wieder nur neues Leiden für sich und Andere erzeugt.

 

Der Kern der Lehre des Lehrers aller Lehrer ist, neben dem Konzept der „Erleuchtung“ als Ausweg aus dem Leiden, die Vier edlen Wahrheiten, die die Ursachen allen Leidens beschreiben.

 

Charakteristisch für den Zen (Chan)-Buddhismus ist es, dass die Lehre von Meister zu Schüler, und „von Herz zu Herz“, weitergegeben werden soll, um dann als ein „erleuchtetes Wesen“ weder „Ziele zu suchen“, noch damit verbundenes „Leid zu empfinden“.

 

Im Laufe der Geschichte entstanden, entwickelt aus der Grundlehre des Bodhidharma, verschiedene Denkschulen, die wieder unterschiedliche Ansätze vermittelten.

 

Zen (Chan)-Buddhismus hatte ein „goldenes Zeitalter“ zwischen dem 6. und dem 10. Jahrhundert, als sich unzählige Nachfolgelinien entwickelten, die besonders in Japan den heutigen Zen ausbildeten.

 

Immer mehr ging der Weg jedoch zur bedingungslosen Meditation, die im „Zazen“ zu einer Praxis ohne die ursprüngliche Essenz der Lehre Buddhas, dem „Erwachen“, wurde. Hier dämmerten die Mönche nur noch „vor sich hin“, in der Hoffnung, durch mentale Leere ihre Ziele zu erreichen.

 

Für Laien aus dem Westen ist ein Weg, nur über Meditation zur „Erleuchtung“ zu streben, allerdings fast nicht gangbar.

 

Kaum ein „moderner Mensch“ ist in der Lage, stundenlang im „Lotussitz“ zu verharren, er oder sie müsste zuerst über Jahre diese Sitzposition üben, um dann weitere Jahre einen Zustand der „mentalen Leere“ zu praktizieren.

 

Daher kann nach meiner Auffassung die Lehre Buddhas und Bodhidharma NUR von Meister zu Schüler, und „von Herz zu Herz“, weitergegeben werden.

 

Wenn wir heute von der Weitergabe der Lehre der Gründerpatriarchen sprechen, sollten wir uns an den Ausgangspunkt zurückbegeben. Was war Buddhas Lehre? Was war Bodhidharmas Lehre?

 

Der „weglose Weg durch das torlose Tor“ ist ein geistiger Pfad, Meditation und Studium von Schriften können nur ein Teil der Anstrengungen sein, die Lösung liegt in den Menschen selbst; die „Erleuchtung“ als die absolute ESSENZ der Philosophie des Lehrers aller Lehrer kommt zu den Menschen, die sie empfangen wollen.

 

Einen „weglosen Weg durch ein torloses Tor“ läßt sich nur schwer erklären. Sollte in Ihrem Inneren jedoch ein Gefühl aufkommen, dass dies eine denkbare Möglichkeit SEIN KÖNNTE, dass ein solcher Weg zu einem solchen Tor eventuell Ihr Pfad WÄRE, dann MÜSSEN Sie eine Entscheidung treffen.

 

Der Kummer, der nicht spricht, nagt leise an dem Herzen, bis es bricht
– William Shakespeare – Englischer Dramatiker – 1564 bis 1616
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