Mittwoch, Juli 24, 2024
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Richtig atmen

Meditation und Atmung sind für Buddhisten immer ein Thema. Hier erfährst Du, wie durch bewusstes Atmen eine Steigerung der Entspannung und Vitalität erreicht werden kann.

Dein Atem ist ein wertvolles Instrument, das Dir dabei helfen kann, Stress abzubauen und innere Ruhe zu finden. Die Kunst des richtigen Atmens kann erlernt werden. Hier zeige ich Dir meine Tricks für eine effektive und nachhaltige Atempraxis.

Hast Du schon einmal beobachtet, wie sich dein Zustand verändert, wenn Du von Stress überwältigt bist? Oftmals neigt man dazu, flach in die Brust zu atmen oder in einem unnatürlich schnellen Rhythmus. Es fühlt sich an, als ob einem die Luft wegbleibt, man ist verspannt, hat Kurzatmigkeit, spürt Enge in der Brust oder leidet unter schmerzhaften Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich bis hin zu Kopfschmerzen.

Doch der Buddhismus bietet uns ein einfaches und wirksames Werkzeug, um Stress abzubauen und zu entspannen: unseren Atem. Ein tiefer Atem beruhigt unser Nervensystem und schenkt uns neue Energie. Und das Schöne daran ist: Unser Atem begleitet uns immer.

Wusstest Du, dass wir im Durchschnitt zehn bis 15 Mal pro Minute ein- und ausatmen und dabei im Ruhezustand etwa 0,5 Liter Luft pro Atemzug aufnehmen? Durch bewusstes, tiefes Atmen kann dieses Volumen sogar auf 3 Liter erhöht werden. Wir atmen, solange wir leben, ohne viel darüber nachzudenken. Aber was passiert eigentlich in unserem Körper, wenn wir atmen? Und warum ist eine korrekte Atemtechnik so wichtig?

Generell haben die Chinesen die Atmung als eigene Disziplin entwickelt, beim Qi Gong atmen wir in der Bewegung, meditativ und energetisch. Über viele Jahre habe ich mich (besonders mit meinem Meister Shi Yan Zi) mit den verschiedenen Ansätzen der Atemtechniken beschäftigt, habe mein tägliches Qi Gong-Program, dass zwischen 5 und 10 Minuten dauert. Auch war ich Schüler des deutschen Atemlehrers Rolf Beimborn, der den „erfahrbaren Atem“, nach den Lehren von Frau Prof. Ilse Middendorf (deutsche Atemtherapeutin und Begründerin einer Atemlehre; 1910 bis 2009), lehrte. Die Atmung war für mich immer ein zentrales Element meines Lebens. 

Die Bedeutung einer korrekten Atmung für das alltägliche Leben möchte ich anhand einer kleinen Übung verdeutlichen. Stellen wir uns vor, wir stehen vor einer angelehnten Tür, die etwa 30 cm von uns entfernt ist und sich nach außen öffnen kann. Legen wir unsere Handfläche auf die Tür. Beim Einatmen drücken wir nun die Tür auf. Dabei nehmen wir jeden Schritt der Bewegung achtsam wahr. Anschließend lehnen wir die Tür wieder an, legen unsere Handfläche erneut darauf und beim Ausatmen drücken wir die Tür achtsam auf. Konntest Du einen Unterschied bemerken? Nun führen wir die Übung erneut durch, aber diesmal beginnen wir mit dem Ausatmen. Das Öffnen der Tür erfolgt erst nach dem Beginn des Ausatmens, nur eine Millisekunde später. Doch nun bestimmt der ATEM die Bewegung und nicht mehr die Bewegung den Atem. Was hast Du dabei gefühlt? Dieses Prinzip ist auch im Kampfsport von großer Bedeutung, da der Hauptteil der Kraft aus dieser Art der Atmung entsteht. Der Atem führt den Körper und nicht umgekehrt.

Beim Einatmen gelangt Luft und Sauerstoff entweder durch die Nase oder den Mund in die Luftröhre und von dort in die Bronchien und Lungen, wo ein wichtiger Austausch von Gasen stattfindet. Unsere Zellen nehmen Sauerstoff aus dem Blut auf und geben gleichzeitig Kohlendioxid ab, das dann über die Lunge und die Atemwege den Körper verlässt. Sauerstoff ist von entscheidender Bedeutung für unsere Zellen, da er ihnen ermöglicht, Energie zu erzeugen. In diesem Sinne ist der Atem im Zusammenhang mit dem Buddhismus unsere primäre Quelle der Energieversorgung.

Allerdings nutzen wir oft nicht unser gesamtes Lungenvolumen, wenn wir atmen. Besonders in stressigen Situationen fällt es uns schwer, richtig und kraftvoll zu atmen. Unsere Atmung ist flach und kurz, da wir uns dabei nur auf den Brustkorb konzentrieren. Dadurch wird lediglich der obere Teil der Lunge genutzt, anstatt das gesamte Volumen auszuschöpfen und die Einatmung bis tief in den Bauch zu lenken. Dies führt dazu, dass der Körper einerseits nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und andererseits weniger Kohlendioxid abatmet. Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen können die Folgen einer solchen fehlerhaften Atmung sein. Die gute Nachricht ist jedoch: Du kannst lernen, richtig zu atmen!

Grundsätzlich ist es wichtig zu beachten, dass eine ruhige und langsame Atmung durch die Nase empfohlen wird. Im Buddhismus wird zwischen der Bauch- bzw. Zwerchfellatmung, die als „richtige Atemtechnik“ gilt, und der Brustatmung, die als „falsche Atemtechnik“ angesehen wird, unterschieden. Bei der Brust- oder Schulteratmung atmen wir flach und oberflächlich, wobei nur der Brustkorb und die Schultern an der Atmung beteiligt sind, anstatt das gesamte Lungenvolumen zu nutzen. Im Gegensatz dazu wird bei der Bauch- oder Zwerchfellatmung der gesamte Brust- und Bauchbereich aktiv einbezogen, wodurch das gesamte Lungenvolumen genutzt wird. Diese Atemtechnik wird auch als „Vollatmung“ bezeichnet. Durch die Vollatmung nimmt der Körper am meisten Sauerstoff auf. Die korrekte Atemtechnik kann dazu beitragen, Schmerzen zu lindern, Verdauungsbeschwerden zu verbessern und unsere Konzentration zu stärken. Wenn die Zellen ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, fühlen wir uns sowohl körperlich als auch geistig gesünder.

Hier kannst Du lernen, wie „richtiger“ Atem zu üben ist click

Der Weg ist (wie immer) das Ziel!

Immer wenn du dich verloren fühlst, kehre zu deinem Atem zurück. Beobachte ihn, spüre ihn und finde in ihm den Anker für deine Gegenwart

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null  

Atme tief ein und lass los. Lass den Atem zu deinem Wegweiser werden, der dich zurück in den gegenwärtigen Moment führt

Unbekannt – 

Der Atem ist der Schlüssel, der uns die Tür zur Stille und inneren Ruhe öffnet

Unbekannt – 

Die Kunst des Atmens besteht darin, jeden Atemzug bewusst zu nehmen und ihn als Geschenk des Lebens anzuerkennen

Unbekannt – 

Die Atmung verbindet uns mit der Essenz des Universums. Indem wir bewusst atmen, nehmen wir teil an der universellen Lebenskraft

Unbekannt – 

Wenn wir lernen, unseren Atem zu beobachten, erkennen wir die unendliche Weisheit, die in jedem Atemzug liegt

Unbekannt – 

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