Mittwoch, Juli 24, 2024
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Die Kraft einer Schneeflocke

Die Winter in buddhistischen Klöstern sind meist lang, traditionsgemäß wurden viele klerikale Gebäude hoch in den Bergen gebaut, die Bedingungen sind hart, es gibt wenig Abwechslung (ich weiß das aus Erfahrung).

Ein junger Mönchsanwärter wurde von Langeweile geplagt, er streifte in seiner freien Zeit durch die Umgebung, ein alter Baum hatte es ihm besonders angetan, häufig rastete er unter dem Riesen, der ihm im Sommer Schatten und im Winter einen Unterstand bot.

An diesem Tag betrachtete er in sich vertieft die Schneeflocken, die sich auf den Ästen niederließen, jede Flocke sah anders aus, jede kam anders auf dem Baum auf, jede hatte eine „Persönlichkeit“, so jedenfalls empfand der Mönch die Beobachtungen der gefrorenen Blumen. 

Wenn eine Flocke auf seinem Kopf oder seinen Händen aufkam, dann spürte er das Auftreffen nicht, wohl aber das nasse Gefühl, wenn die Schneeflocke auf der Haut auftaute. 

Stundenlang saß er da, er meditierte, stand zwischendrin auf um sich zu dehnen, immer stärker fiel der Schnee, er war von der Schönheit der Natur begeistert, wollte sich ganz in die Umgebung einfinden.

Vor seinen Augen war ein dicker Ast, der voll Schnee lag, hier fokussierte er seinen Blick immer wieder, an dem Ast hatte er schon häufig seine nassen Sachen getrocknet, seine Tasche aufgehängt, sich Blätter gepflückt. Immer mehr Schnee fiel, der Ast war nicht mehr zu erkennen, sah aus, wie der Arm eines Schneemannes. 

Da fing der Ast an zu krachen, das Holz ächzte unter der Last, immer häufiger hörte er die Geräusche, fast so, wie wenn der Baum ihm von der Beschwernis berichten würde. Da machte es einen riesigen Schlag, der Ast bog sich an einer Gabelung, er zersplitterte und fiel zu Boden, dem jungen Mönchlein genau vor die Füße.

Da dachte der junge Mann bei sich: „Nur eine einzige Schneeflocke zuviel, und ein mächtiger Ast kann brechen“. Nur das minimale Gewicht, welches ich nicht einmal erspüren kann, das macht den Unterschied. 

Als er so darüber nachdachte, da kamen ihm weitere Gedanken: „Wenn wir Menschen also denken, dass all unser Tun und Handeln keinen Unterschied machen würde, dann werde ich mich an diese Schneeflocke erinnern, die gerade den Ast abgebrochen hat und von ihr erzählen, so meiner Umgebung auch Mut machen, berichten, dass jede Anstrengung eine Auswirkung hat, dass jede Kleinigkeit etwas bewegen kann“.

„Wenn also eine einzige Schneeflocke einen riesigen Ast abbrechen kann, dann kann ein Mensch mit seiner Stimme die Welt verändern“, so dachte der Mönch bei sich.

Der Weg ist das Ziel!

Meiden aller Übeltat, Erzeugung alles Guten, der Sinne Reinigung, das sind meine Bemühungen

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Zu groß wird leicht zu klein!

Carmen aureum (Goldene Verse des Pythagoras) – auch Goldenes Gedicht oder Goldene Sprüche 

„Wie klein ist doch die Welt!“, sagte der Ballonfahrer.
„Wie klein ist doch der Ballon“, sagten die Leute am Boden

Helmut Glatz – Schriftsteller – geboren 1939

Der gewöhnliche Mensch ist groß in kleinen Dingen und klein in großen Dingen

Konfuzius (latinisierter Name für Kongfuzi, K’ung-fu-tzu, Meister Kong, eigentlich Kong Qiu, K’ung Ch’iu) – Chinesischer Philosoph – 551 bis 479 vor dem Jahr Null

Die Augen sind groß, der Magen ist klein

Aus China

Aus einem kleinen Loche kann man auch den Himmel sehen

Paul Winckler – (Pseudonym: Der Geübte, schlesischer Jurist und Schriftsteller) – 1630 bis  1686

In eignen kleinen Sorgen und Intressen
Zerstreut sich der gemeine Geist

Friedrich von Schiller (Johann Christoph Friedrich Schiller) – Deutscher Dichter – 1759 – 1805

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