Samstag, Mai 21, 2022
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Leiden und Schmerz

Leiden und Schmerz sind nicht dasselbe, wir können etwa leiden, ohne körperliche Schmerzen zu haben.

Schmerz ist eine komplexe Sinnesempfindung, die hauptsächlich von Signalen aus den Nerven an das Gehirn gesendet wird. Leiden dagegen bezeichnet all das, was einen Menschen körperlich und seelisch belastet. Das sind in erster Linie nicht erfüllte Erwartungen oder Bedürfnisse, Verlust und Trennung, Zwänge, Alter, Krankheit und Tod. Man kann natürlich auch unter Schmerzen leiden, etwa unter chronischem Schmerz, jedoch zielt das Wort „Leiden“ mehr auf die seelische Komponente, wogegen sich Schmerz für die körperliche Verletztheit durchgesetzt hat.

Nach Buddha leiden wir, die Philosophie des großen Lehrers dreht sich um das Leid als die Quelle unserer Unzufriedenheit, unseres Haders mit uns, aber auch mit dem Umfeld. Wir beginnen zu leiden, weil wir erkennen, dass nichts von Dauer ist, wir alles verlieren werden, Veränderung die einzige Konstante im Leben sein wird.

Trotzdem gibt es in uns Menschen Gier, Hass und Verblendung, die uns völlig aus der Bahn werfen, uns die wahren Zusammenhänge verschliessen. Was bringt es gierig zu sein, wenn wir alles wieder verlieren werden? Was bringt es zu hassen, wenn alle Lebewesen vergehen werden? Was bringt es verblendet zu sein, wenn wir das Alter klar auf uns zukommen sehen, wir also wissen, was auf uns zukommt.

Ob wir leiden, oder nicht, das ist in erster Linie ein Entschluss. Das hört sich sehr einfach an und es ist auch sehr einfach. Wenn Sie genau jetzt beschließen, nicht mehr zu leiden, egal was da kommen mag, dann werden Sie auch nicht mehr leiden. Ein naher Angehöriger stirbt, Sie bestimmen, ob Sie darunter leiden. Denn eins ist sicher, der Angehörige musste sterben, weil eben alle Menschen sterben. Sie sagen: Aber doch nicht jetzt, ich vermisse sie/ihn so sehr. Gut, aber warum darunter leiden, das Sterben ist ein natürlicher Vorgang. Was bringt es, wenn Sie leiden „wie ein Hund“? Was würde sich ändern, wenn Sie sich eine neutrale Herangehensweise angewöhnen würden, so etwa, wie Buddha dies seinen Anhängern empfahl? Nichts würde sich ändern, die Welt dreht sich weiter, Ihr Umfeld wäre unverändert, nur Sie selbst, Ihnen wäre wesentlich wohler. Denn wenn Sie an etwas nichts ändern können, weshalb sich darüber grämen? Könnte es nicht sein, dass wir die Angelegenheit durch das Erreichen der „Erleuchtung“ sehr verändern könnten? Und wenn ja, wie?

Schmerzen können wir nicht immer vermeiden, das Leid aber schon. Befreien Sie sich vom Leid, es ist Ihre Entscheidung.

 

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Weise ist, wer in Bezug auf Entstehen und Vergehen zur völligen Vernichtung des Leidens kommt

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Allversöhnend und still mit den armen Sterblichen ging er, dieser einzige Mann, göttlich im Geiste, dahin. Keines der Lebenden war aus seiner Seele geschlossen, und die Leiden der Welt trug er an liebender Brust. Mit dem Tod befreundete er sich, im Namen der andern ging er aus Schmerzen und Müh siegend zum Vater zurück

Friedrich Hölderlin – Deutscher evangelischer Theologe – 1770 bis 1843

Der Tod ist die Erlösung von allen Schmerzen, ist die Grenze, über welche unsere Leiden nicht hinausgehen; er versetzt uns wieder in jenen Ruhezustand, dessen wir vor unserer Geburt teilhaftig waren

Lucius Annaeus Seneca – Römischer Philosoph – (ca. 4 vor – 65 nach dem Jahr Null

Die Edelsten leiden den meisten Schmerz. Auch der Schmerz wählt den besten Boden

Friedrich Hebbel – Deutscher Dramatiker und Lyriker – 1813 bis 1863

Sie sollen es nicht sehen, wie ich das Bild betrachte, das mir so viele Leiden, so viele Schmerzen brachte

Maria Eugenie Delle Grazie – Österreichische Schriftstellerin, Dramatikerin und Dichterin – 1864 bis 1931

Fluch dem Alter! Es bringt nur Leid, Schmerz und Tod

Euripides – Griechischer Tragödiendichter – 480 bis 407 vor dem Jahr Null

 

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