Wer hat das Sagen?

Wer hat das Sagen?

Die Schwester hatte sich angesagt, seit ihrem letzten Besuch sind viele Jahre vergangen.

Die Familie freute sich sehr, man fing an das Haus komplett zu putzen, Mutter und Tochter wollten alles so richtig schön machen.

Als das lange vermisste Mitglied wieder in den Armen der Lieben lag war die Freude groß.

Alle nahmen im großen Wohnzimmer Platz, die Tochter sagte zur Mutter: „Die Tante ist sicher durstig nach der Reise, serviere uns doch bitte Tee.“

Man unterhielt sich, tauschte Erinnerungen, berichtete, wie es über die Jahre so gelaufen war.

Da hörte die Tante, wie die Nichte ihrer Mutter immer neue Dinge anschaffte, ihr fortwährend Aufträge gab. „Wenn du in die Küche gehst, dann stelle die Tassen in den Abwasch, und vergiss nicht die Blumen zu gießen, dann richte die Liste für den Einkauf“.

Als die Tochter kurz draussen war sagte ihre Tante zu ihrer Schwester: „Du hast eine seltsame Art mit deiner Tochter, was habt ihr für eine Beziehung zueinander, ständig gibt sie dir Anweisungen, alle möglichen Dinge schafft sie dir an?“ Die Mutter blickte auf, ein Lächeln flog über ihr Gesicht, als sie sagte: „Ja, wir verstehen uns sehr gut, sie kann noch so viel von mir lernen“. Da sprach die Tante weiter: „Ich sehe, dass hier die Tochter der Mutter ständig Aufträge erteilt, dass sie bestimmt. Findest du nicht, dass dies unhöflich und respektlos ist?“

Da entgegnete die Schwester ganz erstaunt: „Meine Tochter ist mir eine große Hilfe, sie erinnert mich an viele Dinge. Etwa, dass ich Tee aufgießen soll. Aber das Teewasser, das steht schon bereit, das hat sie für mich schon aufgesetzt. Und dass ich die Tassen in den Abwasch stellen soll, das ist auch richtig, denn abwaschen wird sie alles Geschirr, ich muss es nur an den richtigen Platz stellen. Und die Liste für den Einkauf, die muss ich deshalb machen, damit ich das Essen bekomme, das ich haben will, dann einkaufen geht auch sie.“

„Also macht das meiste der Aufgaben sie, ich habe nur sehr wenige Dinge zu erledigen, aber weil ich auch vergesslich bin erinnert sie mich an meinen Teil der Dinge, wenn sie mir nicht helfen würde, dann wäre mein Leben deutlich schwerer.“

„Ich habe immer das Sagen, aber meine Tochter unterstützt mich sehr. Für Aussenstehende mag das seltsam sein, wir kommen aber ganz hervorragend zusammen zurecht.“

Was können wir aus dieser Begegnung lernen?

Es ist nicht immer so, wie es auf den ersten Blick erscheint!

Der Weg ist das Ziel!

 

Richtet euren Geist auf das Wissen vom Sterben und vom Wiederkommen

Buddha – Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Sehr wenige von uns sind das, was wir scheinen

Agatha Christie – Englische Krimi-Schriftstellerin – 1890 bis 1976

Es gehört nicht so viel dazu, schlau zu sein, als schlau zu scheinen

Luc de Clapiers de Vauvenargues – Französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller – 1715 bis 1747

Die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen

Phaedrus – Römischer Fabeldichter – 20 vor bis 50 nach dem Jahr Null

Alles was wir sehen oder scheinen, ist nichts als ein Traum in einem Traum

Edgar Allan Poe – US-amerikanischer Schriftsteller – 1809 bis 1849

Wenn Sie Dinge wie die Sterne betrachten, scheinen unsere Angelegenheiten nicht sehr wichtig zu sein, oder?

Virginia Woolf – Britische Schriftstellerin – 1882 bis 1941

Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist

Niccolo Machiavelli – Italienischer Philosoph, Diplomat, Chronist, Schriftsteller und Dichter – 1469 bis 1527

Wenn ich schlafe, schlafe ich und träume nicht, weil es auch so ist, dass ich das bin, was ich scheine, wenn ich in meinem Bett bin und träume

Gertrude Stein – US-amerikanische Schriftstellerin, Verlegerin und Kunstsammlerin – 1874 bis 1946

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