Bekommen wir jemals „genug“?

Bekommen wir jemals „genug“?

Wir Menschen wollen immer mehr und mehr, unsere Wünsche sind einfach unglaublich.
 
Kaum haben wir einen Wunsch erfüllt bekommen, da ist er vergessen, unser Ego will dann schnell etwas anderes, ein neues Ziel unserer Begierden wartet schon auf uns.
 
Ein neues Auto, eine größere Wohnung, mehr Gehalt, einen liebevollen Partner, Gesundheit, Glück, Erfolg, neue Wünsche tauchen immer wieder in uns auf.
 
Den ganzen Tag schweift unser Ego ab, denkt an die Dinge, die wir ganz „dringend“ brauchen.
 
Nach der Philosophie Buddhas liegt eine der Ursachen unserer Leiden in der Nichterfüllung unserer Wünsche, da in jedem Wunsch das Risiko beinhaltet ist, dass der Wunsch eben nicht erfüllt werden könnte.
 
Wünsche sind mit Hoffnungen behaftet, wir hoffen, dass unsere Wünsche „in Erfüllung“ gehen. Wenn dann die Hoffnung schließlich „geplatzt“ ist, dann sind wir enttäuscht. Abhängig vom ursprünglichen Wunsch entsteht dann Leiden in uns, da wir die Zusammenhänge einfach nicht vergessen können.
 
Die Menschen, die aber ihre Wünsche erfüllt bekommen haben, die schweifen sofort ab zu einem neuen Ziel, wollen jetzt etwas anderes haben. Aber sie werden nie genug bekommen.
 
Wenn wir uns etwas wünschen, und dann den Wunsch erfüllt bekommen, was passiert mit dem anfänglichen Wunsch? Stirbt er, oder geht er weg? Wo bleibt der Teil von uns, der sich etwas wünscht, etwa im Verborgenen, wartet er solange, bis er wieder zum Vorschein kommen kann, um in uns nach einem neuen Ziel zu streben?
 
Gerade noch wünschten wir uns, schnell nach Hause zu kommen, dort mit unseren Lieben zusammensein zu können. Endlich angekommen wünschen wir uns nun etwas völlig anderes, etwa „unsere Ruhe“, weil die Lieben jetzt plötzlich anstrengend werden.
 
Wir bekommen nie „genug“, wir wollen mehr und mehr, wir sind ständig auf der Suche nach dem nächsten Ziel, haben ein Bedürfnis nach dem anderen. Unsere Wohnungen und Häuser quellen vor nutzlosem Tand über, vor Dingen, die wir einstmals unbedingt „haben“ wollten, die wir ja so „nötig“ brauchten.
 
Achtsamkeit bedeutet, seine Habseligkeiten mit Bedacht zu wählen, sich auch nur die Dinge zu wünschen, die man auch wirklich braucht. Das gilt auch und vor allem für die Wünsche, die andere Lebewesen mit einschließen.
 
Wenn wir uns wünschen mit einem speziellen Menschen das Leben zu verbringen, dann sollten wir uns darüber auch im Klaren sein, und uns nicht jede Woche „neu“ verlieben, andere Personen damit benutzen, um unsere eigene Unzulänglichkeit zu verbergen.
 
Wir alle haben mehr als genug, aber sehen wir diese Tatsache auch? Verstehen wir, dass das Leben nicht aus Wünschen und Wollen besteht?
 
 

Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge

Wilhelm Busch – Deutscher Dichter – 1832 bis 1908

Langeweile: Der Wunsch nach Wünschen

Leo Tolstoi – Russischer Schriftsteller – 1828 bis 1910

Was du selbst nicht wünschest, tu nicht an andern

Konfuzius – Chinesischer Philosoph – 551 bis 479 vor dem Jahr Null

Es braucht so viel Energie, um zu wünschen wie zu planen

Eleanor Roosevelt – US-amerikanische Menschenrechtsaktivistin – 1884 bis 1962

Wenn alle Ihre Wünsche erfüllt sind, werden viele Ihrer Träume zerstört

Marilyn Manson – US-amerikanischer Musiker und Mitglied der Rockband Marilyn Manson – geboren 1969

Die Menschen glauben im allgemeinen gern, was sie wünschen

Gaius Julius Caesar – Römischer Staatsmann -100 bis 44 vor dem Jahr Null

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