Einsam im Lockdown?

Einsam im Lockdown?

Wann immer gerade ich mit Leuten spreche höre ich, dass die Einsamkeit jetzt an den Seelen nagt. 

Lustlos und unmotiviert leben alle vor sich hin, die Menschen fühlen sich einsam.

Geschlossene Restaurants und Bars machen es fast unmöglich, jetzt andere Menschen zu treffen, Geselligkeit und menschliche Nähe werden heftig vermisst. Die Kontaktbeschränkungen stellen viele vor seelische Härten, Frust und Ärger bringen schnell giftige Emotionen und Gefühle.

Besonders die Alleinstehenden trifft es richtig hart, das Gefühl der Einsamkeit wird zur Belastung, die Herzen sehnen sich nach menschlicher Nähe. 

Singles und Alleinstehende sind der größte Teil der Gesellschaft, fast die Hälfte aller Haushalte in Deutschland stellen die alleine Lebenden. 

Auf die Auswirkungen des Lockdown auf die Betroffenen wird kaum geachtet, die Maßnahmen gehen auf die Nöte und Sorgen dieser Gruppe überhaupt nicht ein. Wer keinen Partner hat, der ist auf sich gestellt. Und an die Suche nach einem Partner ist gerade nicht zu denken, nur im Internet gibt es noch Möglichkeiten.

Aber wie kommt man mit sich selbst klar, wie lebt man sein Leben „so vor sich hin“, wenn man keine Aussicht auf Besserung hat?

Die Herrschaft der Ängstlichen ist angebrochen, und die ziehen alle anderen Menschen mit nach unten, völlig egal, was diese Einschränkungen dann mit den Einzelnen macht.

Was ist zu tun? Wie kann man, trotz Lockdown, die Zeit nutzbringend gestalten?

Ich finde, dass genau jetzt der richtige Moment gekommen ist, um über sich selbst nachzudenken. Was will ich, wie will ich es, wie stelle ich mir mein Leben vor? Alleine oder mit einem Partner? Will ich eine Familie gründen? Und überhaupt, wie sieht mein spirituelles Wesen aus? Bin ich bereit für ein Leben in Zweisamkeit?

Nutzen Sie die Zeit, um sich Gedanken über Ihr „Ich“, über Ihr wahres „Selbst“ zu machen. Eine Krise ist immer auch eine Chance, ein „weiter so“ wird es nicht geben.

Habe ich den richtigen Beruf? Was sind meine Hobbys? Möchte ich einmal etwas völlig Neues versuchen?

Fragen über Fragen!

Und die Antworten?

Legen Sie ein großes Stück Papier vor sich hin, schreiben Sie die Dinge auf, die Ihnen wichtig sind.

Wo stehen Sie im Moment, wo wollen Sie in Zukunft hin? Was ist Ihnen wirklich wichtig in Ihrem Leben?

Ist es eine Beziehung? Was wären Sie bereit, für eine solche Beziehung zu „opfern“, und was wollen Sie von einem Partner?

Wie müssten Sie selbst sich verändern oder wenigstens „bewegen“, um für einen anderen Menschen „liebenswert“ zu sein?

Machen Sie sich einen Plan für Ihr Leben!

Und denken Sie daran: wer die Götter zum Lachen bringen will, der macht Pläne. Es kommt erstens anders, und zweitens als man denkt.

 

Wie leer ist die Welt für den, der sie einsam durchwandert

Gustave Flaubert – Französischer Schriftsteller – 1821 bis 1880

Bei unserer Geburt treten wir auf den Kampfplatz und verlassen ihn bei unserem Tode

Jean Jacques Rousseau – Französischsprachiger Schriftsteller – 1712 bis 1778

Sei artig und du wirst einsam sein

Mark Twain – US-amerikanischer Schriftsteller – 1835 bis 1910

Alle großen und kostbaren Dinge sind einsam

John Steinbeck – US-amerikanischer Autor – 1902 bis 1968

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