Der häßliche Sohn

Sohn

Der häßliche Sohn

Aus dem Leben Buddhas wird die Geschichte des „häßlichen Sohnes“ überliefert.

Eine reiche Familie erwartete ein Kind. Schon bei der Geburt fiel auf, dass der Sohn nicht leicht anzusehen war, da er unglaublich häßlich aussah.

Die Eltern waren geschockt. Unser Sohn, was sollen wir nur tun?

Der Vater wollte das Kind still und heimlich töten, die Mutter allerdings sagte: „wir ziehen den Sohn im Geheimen auf, niemand soll ihn sehen, töten dürfen wir unser Kind aber nicht“.

Als der Sohn erwachsen wurde schickten die Eltern ihn aus dem Haus, sie gaben ihm nur das Nötigste mit, damit er überleben konnte. Ähnlich einem Mönch erhielt er eine Bettelschale und einen Wanderstock mit auf den Weg. Der Abschied war schmerzlich; der Junge grämte sich sehr wegen seinem Aussehen, die Menschen mieden ihn, sie fürchteten sich sogar vor ihm.

Der Sohn litt unendlich unter seiner Situation, er fragte sich, was er für ein furchtbares Karma in sich tragen würde, um so viel Schmerz und Leid erdulden zu müssen.

Immer wenn er versuchte sich etwas zu essen zu erbetteln, dann verjagten ihn die Menschen die er traf, warfen Steine und Dreck nach ihm, sogar geschlagen wurde er von den verängstigten Bewohnern mancher Häuser.

Er lebte das Leben eines Bettlers ohne eine Chance auf Besserung; er fing an sich im Wald zu verstecken, ging nur noch in der Nacht aus seiner primitiven Behausung auf die Straßen. Dann suchte er im Müll der umliegenden Dörfer nach Essbarem und weggeworfener Kleidung.

Bei einer der nächtlichen Ausflüge traf der häßliche Knabe den historischen Buddha, der den jungen Mann durch seine Buddha-Natur mit ganz anderen Augen sah, als die normalen Menschen ihn sehen konnten.

Um mit dem so sehr gestraften Jungen eine Verbindung aufzubauen verkleidete sich Buddha als einen ebenfalls häßlichen Menschen, die Geschichte spricht hier von gar übernatürlichen Fähigkeiten des heiligen Mannes, die er nutzte, um den Kontakt mit ihm aufzubauen.

Der häßliche Knabe erschrak, als er den (nun auch häßlichen) Buddha sah, er wollte weglaufen, ganz so, wie die anderen Menschen immer auf ihn selbst reagierten. Buddha rief ihm zu er solle stehen bleiben. Er verharrte, die Männer gingen langsam aufeinander zu.

Jetzt klagte der (häßliche) Buddha dem häßlichen Jungen sein vermeintliches Leid: „die Menschen haben Angst vor mir, sie laufen weg, wenn sie mich sehen, manche schlagen nach mir, ich werde beleidigt und bespuckt“. Der Junge antwortete: „so ergeht es mir schon immer, ich kann dich so gut verstehen, vielleicht bleiben wir zusammen, wo wir doch ein ähnliches Schicksal haben“?

Buddha hatte schon Vorbereitungen getroffen, er hatte ein gutes Essen mitgebracht. Die Beiden setzten sich und fingen eine Unterhaltung an.

Im häßlichen Jungen entwickelte sich ein Gefühl der Geborgenheit, endlich war er nicht mehr alleine, er hatte einen „Freund“ gefunden, er empfand das erste Mal in seinem Leben „Glück“, er war in diesem kurzen Moment zufrieden.

In der Geschichte nutzte Buddha genau diesen Moment, er verwandelte sich zurück zu seiner wahren Natur, zu seinem ursprünglichen Aussehen. Der häßliche Junge verstand mit wem er hier zusammen war, er verbeugte sich tief vor dem Lehrer aller Lehrer.

Buddha sprach: „alles in diesem Universum ist dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterworfen“. Sofort nachdem er diese Worte hörte wollte der häßliche Junge ein Schüler Buddhas werden, gleich in diesem Moment fragte er, ob er seine „Zuflucht zu Buddha“ nehmen dürfe.

Buddha bejahte die Frage; da wurde das Gesicht des häßlichen Jungen auf einmal ganz entspannt, er war zu einem Mönch nach den Lehren Buddhas geworden. Buddha nahm den nun gar nicht mehr häßlichen Jungen mit auf seine Wege.

Als andere Mönche den einst häßlichen Jungen trafen, fragten sie Buddha: „wie konnte der Junge so schnell dein Gefolgsmann werden?“

Buddha antwortete ihnen: „das ist das Gesetz von Ursache und Wirkung, alles stammt aus den letzten Leben des jungen Mannes. Er ist die Wiedergeburt einer sehr geizigen Person, der sich früher häufig falsch verhalten hatte. Bei einer Begegnung mit einem heiligen Mann in seinem früheren Leben schwor dann der Geizige, in zukünftigen Existenzen für sein damaliges Fehlverhalten ausreichend Abbitte zu leisten. Er wollte solange als häßlicher Mensch in die Familien von wohlhabenden Menschen geboren werden, bis seine vergangenen Taten gesühnt sind. Der einst geizige, reiche Mann ist zu genau diesem häßlichen Jungen in seinen nächsten Leben geworden. Alle schlechten Taten von einst wurden durch seine Handlungen in diesem Leben kompensiert, Ursache und Wirkung sind genüge getan. Auch war es sein Wunsch, nach seiner Buße mich zu treffen, dies ist nun vollendet.“

Dies war sein Karma.

 

Herr, gib mir die Kraft und den Mut, mein Herz und meinen Körper ohne Ekel zu betrachten

– Charles Baudelaire – Französischer Poet – 1821 bis 1867

Charme ist der unsichtbare Teil der Schönheit, ohne den niemand wirklich schön sein kann

– Sophia Loren – Italienische Schauspielerin – geb. 1934

Homer, du bist dümmer als ein Esel und zweimal so hässlich, wenn ein Fremder dich fragt, ob er dich mitnehmen soll, nimm die Chance wahr

– Grampa Simpson – Charakter aus der TV-Serie „die Simpsons“

No Comments

Post A Comment

Wordpress Social Share Plugin powered by Ultimatelysocial