Freitag, Mai 20, 2022

Das wahre Leben

Buddha erklärte das wahre Leben anlässlich einer Zusammenkunft bei einem seiner Freunde. Dort versammelten sich mehrere Meister, um über die Lehre nachzusinnen, und um sich im Schweigen zu üben.

Für mich persönlich erklärt diese Geschichte alle Weisheit des Buddhas in kompakter Form.

Buddha führte aus, dass es zwei Arten der Suche gibt, die “edle”, und die “unedle” Suche.

Unter einer unedlen Suche, so der Lehrer aller Lehrer, versteht man die Suche nach Vergänglichkeit, nach Dinge und Begebenheiten, die Geburt, Alter, Krankheit und Tod unterworfen sind, denn diese Suche bedeutet das Streben nach Kummer, das zwangsläufige Beflecken der eigenen Person.

Alles, was der Geburt unterliegt, das muss auch sterben, bringt daher Kummer. Der Verfall kommt unabdingbar auf alles zu, was der Geburt unterworfen ist, bildet daher die Quell für Kummer, und damit in der Konsequenz für die damit einhergehende Eigenbefleckung.

Buddha führte aus, dass er als junger Mann auch genau die Dinge und Begebenheiten suchte, die Geburt, Alter, Krankheit und Tod unterworfen sind, also in der Folge auch unter Kummer und Befleckung litt.

Aber als er dann ein Mönch wurde, sich auf die “edle Suche” begab, nicht mehr der Vergänglichkeit hinterher lief, sondern sich um das Erreichen des Nirvana bemühte, da änderte sich sein Weg, so legte er seine Philosophie dar. Als er dann endgültig gereinigt vom Verlangen “etwas zu werden”, frei wurde vom Wunsch “Ansichten und Meinungen” zu haben, gelöst von Neigungen oder Abneigungen war, da ging er den finalen Weg in die Freiheit.

Buddha führte aus, dass er zuerst sich nicht traute, von der Lehre zu berichten, da er seine Philosophie als sehr schwer zu verstehen, und zu tiefgründig in der Darstellung empfand. Durch den Lehrer Sahampathi kam dann aber die Bitte, diejenigen zu unterrichten, die “nur wenig Staub” auf den Augen haben. So wurden seine Gefährten als Erste unterwiesen, erreichten die Erleuchtung, fanden das Nirvana. Weitere Glückliche mit “nur wenig Staub” auf den Augen folgten dem edlen Pfad des Buddhas, unterließen die “unedle Suche” nach der Geburt und damit der Vergänglichkeit unterworfenen Dingen und Begebenheiten, nämlich den “Vergnügen der Sinne”.

Diese, so erklärte Buddha seinen Anhängern, sind die Formen, die die Augen erblicken, Laute, die die Ohren wahrnehmen, Gerüche, die die Nase aufnimmt, die Geschmäcker, die die Zunge belecken, und jede Berührung, die die Haut erspürt.

Zusammen mit dem Denken bilden diese Sinne die 6 Fenster des Menschen, die unsere Persönlichkeit quälen.

Wer aber diese Sinnesvergnügen meidet, der kann durch meditative Versenkung eintreten in das Nirvana.

Der Weg ist das Ziel!

 

Finde dein eigenes Licht

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Jedes Mal, wenn ein Mann angekettet ist, sind wir an ihn gekettet. Freiheit muss für jeden oder für jeden sein

Albert Camus – Französischer Schriftsteller und Philosoph – 1913 bis 1960

Du brauchst niemanden, der dir sagt, wer oder was du bist. Du bist, was du bist!

John Lennon – Britischer Musiker – 1940 bis 1980

Den Fortschritt verdanken die Menschen den Unzufriedenen

Aldous Huxley – Britischer Schriftsteller – 1894 bis 1963

Bücher sind Spiegel der Seele

Virginia Woolf – Britische Schriftstellerin – 1882 bis 1941

Aber wie verändert sich plötzlich jene eben so düster geschilderte Wildniss unserer ermüdeten Cultur, wenn sie der dionysische Zauber berührt! Ein Sturmwind packt alles Abgelebte, Morsche, Zerbrochne, Verkümmerte, hüllt es wirbelnd in eine rothe Staubwolke und trägt es wie ein Geier in die Lüfte. Verwirrt suchen unsere Blicke nach dem Entschwundenen: denn was sie sehen, ist wie aus einer Versenkung an’s goldne Licht gestiegen, so voll und grün, so üppig lebendig, so sehnsuchtsvoll unermesslich. Die Tragödie sitzt inmitten dieses Ueberflusses an Leben, Leid und Lust, in erhabener Entzückung, sie horcht einem fernen schwermüthigen Gesange – er erzählt von den Müttern des Seins, deren Namen lauten: Wahn, Wille, Wehe. – Ja, meine Freunde, glaubt mit mir an das dionysische Leben und an die Wiedergeburt der Tragödie. Die Zeit des sokratischen Menschen ist vorüber: kränzt euch mit Epheu, nehmt den Thyrsusstab zur Hand und wundert euch nicht, wenn Tiger und Panther sich schmeichelnd zu euren Knien niederlegen. Jetzt wagt es nur, tragische Menschen zu sein: denn ihr sollt erlöst werden. Ihr sollt den dionysischen Festzug von Indien nach Griechenland geleiten! Rüstet euch zu hartem Streite, aber glaubt an die Wunder eures Gottes!

Friedrich Nietzsche – aus dem Buch ‘Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik’ – 1844 bis 1900

 

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