Der Gleichmut der Buddhisten

Der Gleichmut der Buddhisten

Es geht die Geschichte von der Lehrrede des Buddhas über die Gleichmut, die ein zentraler Begriff seiner Philosophie darstellt. Unter Gleichmut sollte man verstehen, in jeder Lebenslage den gleichen „Mut“ zu zeigen, allerdings sieht man Gleichmut heute als innere Einstellung der Ruhe an, die frei von Nervosität oder Stress ist, mit der besonnen auch schwere Situationen gemeistert werden (Wikipedia).

Aus buddhistischer Sicht ist Gleichmut aber wohl mehr die Geisteshaltung, alle Situationen und Lebewesen gleich zu behandeln, besonders auch keine Unterschiede zwischen dem eigenen „Ich“ und dem von anderen Menschen zu machen. Mit Gleichmut begegnen Buddhisten der Aufgeregtheit und der inneren Unruhe, sie sind dabei allerdings niemals gleichgültig. Obwohl Gleichmut und Gleichgültigkeit für Aussenstehende sehr ähnlich scheint, sind diese jedoch grundsätzlich verschieden. Das Gegenteil von Gleichmut wäre dann wohl Hochmut.

Wer „weiß“, dass sein Karma ihm genau das bringt, was eben jetzt gerade „dran“ ist, der kann jedenfalls gleichmütig sein. Egal ob gerade eine große Krise ihren Lauf nimmt, oder nicht, der Gleichmütige nimmt alles so an, wie es eben kommt. Man kann den Gleichmütigen auch schlagen oder loben, sein Mut wird immer gleich sein, er wird nicht „Himmel-hoch-jauchzend“ oder „zu-Tode-betrübt“ reagieren, er wird statt dessen die Dinge so nehmen, so wie sie eben kommen. Wer beständig seine Handlungen auf Gleichmut prüft, der kann die Reise zur „Erleuchtung“ angehen.

Buddha erklärte seinen Anhängern bei diesem Vortrag, wie man gleichmütig wird.

„Ihr müßt die Dinge ganz genau beobachten, sie sehen, hören, riechen, schmecken, erfühlen, über sie nachdenken, um dann festzustellen, dass dabei Gefühle in euch ausgelöst werden, „gute“ und „schlechte“ Empfindungen, die euch in eine oder in die andere Richtung treiben. Aber wir wollen nicht in eine Richtung getrieben werden, sondern wir wollen zur Ruhe kommen. Egal ob es „gute“ und „schlechte“ Empfindungen sind, werden wir von der Heftigkeit dieser Emotionen bald erschrecken, wenn wir sehen, dass wir nur noch Getriebene sind, dass wir zum Opfer dieser Empfindungen werden. Wer das erkennt, der wird auch verstehen, dass er sich davon frei machen kann, sich nicht mehr in eine Richtung treiben läßt.“

„Nur durch Beobachtung und Reflexion kann man verstehen, und ist nicht mehr hilflos den Sinnen ausgeliefert.“

So sprach der Buddha.

Wer in Gleichmut lebt, der ist innerlich befreit, da er keine Leiden mehr erspüren wird, er ist selbst dem Leiden gegenüber gleichmütig.

Wir müssen unsere Pflichten mit Disziplin und Gleichmut erledigen, und dann loslassen. Wer dies kann ist zu Lebzeiten vom Leid befreit.

Der Weg ist das Ziel!

 

Es gibt nur eine Zeit, in der es wesentlich ist aufzuwachen. Diese Zeit ist jetzt

Buddha – Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Ständiger Gleichmut kennt keine Tiefe

Esther Klepgen – Autorin – geboren 1965

Gleichmut mit Unwissenheit für die Wahrheit ist dieser näher als eine Meinung mit grundloser Zuneigung, worin die Hauptquelle des Irrtums liegt

John Locke – Englischer Philosoph und Vordenker der Aufklärung – 1632 bis 1704

Nur wenige Menschen sind in der Lage, mit Gleichmut Meinungen zu äußern, die sich von den Vorurteilen ihres sozialen Umfelds unterscheiden. Die meisten Menschen sind sogar nicht in der Lage, sich solche Meinungen zu bilden

Albert Einstein – Theoretischer Physiker – 1879 bis 1955

Um über Ausgeglichenheit und Gelassenheit zu innerer Ruhe und Glück zu finden, bedarf es einer gehörigen Portion „Leck mich am Arsch“-Gefühl.

Simonares – Aphoristiker – geboren 1977

Wer in seinem Innern geordnet und wohlbestellt ist, der kümmert sich nicht um das sonderbare und verkehrte Treiben der Menschen. Nur soweit wird der Mensch gehindert und zerstreut, als er von den Dingen in sich aufnimmt

Thomas von Kempen – Holländischer Augustinermönch, Mystiker und Prediger – 1380 bis 1471

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