Anfang und Ende

Anfang und Ende

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, jedes Ende schafft wieder Platz für Neues. Anfang und Ende bedingen sich, sonst wäre alles unendlich.

Zuerst muss eine Pflanze absterben, damit Raum für einen jungen Samen entsteht. Eines Tages wird dann der Samen zur Pflanze, am Ende seines Zyklus muss auch diese Pflanze dem Kreislauf der Natur folgen.

Besonders gut lässt sich der Anfang im Frühjahr beobachten, das Ende fällt meist in den Herbst.

Jetzt werden wieder die Knospen aus dem Boden spriessen, junge Triebe streben nach oben, das Spektakel der Natur beginnt von vorne.

Allerdings wissen wir, dass das Ende in einem Anfang schon angelegt ist, die Geburt leitet somit den Tod mit ein, das Leben ist ein langsames Sterben.

In diesem Frühling achten Sie auf die neuen Blumen einmal auf ganz andere Art, überlegen Sie sich den Kreislauf der Natur, lassen Sie sich darauf auch ein. Der Anfang ist deutlich angenehmer anzusehen als das Ende, weshalb es im Internet von Welpenfotos und Babykatzen nur so wimmelt, während Bilder von sterbenden Tieren verpönt sind.

Das Leben kommt, verweilt nur kurz, dann vergeht es. Eine Eintagsfliege macht mich ratlos, der ganze Lebenszyklus in nur einem Tag! Verglichen mit dem Alter dieses Planeten ist unsere Lebensdauer ebenso bescheiden, alles kommt auf eine aufrichtige Perspektive an, der Blickwinkel ist genau so wichtig wie das Objekt der Betrachtung. Wer glaubt, dass für ihn doch eine “Extrawurst” gebraten wird, der irrt gewaltig.

Was können wir von Anfang und Ende der Natur in diesem Frühling lernen, worauf sollten wir achten? Die neuen Samen verteilen sich auf der Erde, aber nicht alle werden zu Blumen, die meisten sterben früh ab, werden nicht einmal lange genug für eigenen Nachwuchs leben.

Denn im Anfang kann ein sehr schnelles Ende angelegt sein. Deshalb lieben wir den Anfang so sehr, das Ende aber so gar nicht.

Sonnenuntergänge schauen wir uns kaum noch an, wir denken, dass wir noch Millionen davon sehen werden. Weil wir etwas dauernd sehen, heißt es nicht, dass das, was wir sehen, weniger spektakulär sein könnte, als wenn wir es nur gelegentlich sehen würden.

Unser Leben ist spektakulär, es ist es wert, von Anfang bis zum Ende genossen und gewürdigt zu werden.

 

Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment

Buddha – Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge

Cícero – Römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph – 106 bis 43 vor dem Jahr Null

Sei bereit jeden Morgen ein Anfänger zu sein

Meister Eckhart – Spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph – 1260 bis 1328

Man muss nicht großartig sein, um anzufangen, aber man muss anfangen, um großartig zu sein

Zig Ziglar – 1926 – 2012

Seinen Verstand zu gebrauchen, damit kann man in jeder Sekunde anfangen

Wolfgang Sofsky – Deutscher Soziologe und Publizist – geboren 1952

Der Anfang ist der wichtigste Teil der Route

Platón – Antiker griechischer Philosoph – 427 bis 347 vor dem Jahr Null

Dies ist nicht das Ende. Es ist nicht einmal der Anfang vom Ende. Aber es ist, vielleicht, das Ende des Anfangs

Sir Winston Churchill – Britischer Staatsmann des 20. Jahrhunderts und Literaturnobelpreisträger – 1874 bis 1965

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