Sonntag, Juli 21, 2024
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StartChan (Zen) BuddhismusIst der Weg wirklich das Ziel?

Ist der Weg wirklich das Ziel?

Im Buddhismus liegt die Bedeutung des Spruchs „Der Weg ist das Ziel“ darin, dass Du Dich kontinuierlich darum bemühst, einem Ideal so nahe wie möglich zu kommen, selbst wenn Du weißt, dass es unerreichbar ist.

Der Lohn deiner Anstrengungen liegt nicht im Erreichen eines bestimmten Ziels, sondern in der fleißigen Arbeit und dem Engagement während des edlen Bemühens selbst. In der traditionellen asiatischen Kultur wird nicht das Können an sich, sondern vielmehr das Bestreben, etwas zu erreichen, höher geschätzt und verehrt. Es ist weniger wichtig, etwas zu können, als sich immer wieder darum zu bemühen.

Diese Sichtweise betont den wertschätzenden Prozess weit mehr als die erfolgreiche Leistung. Das Lernen und ständige Üben wird über das Erreichen eines „Endziels“ gestellt. Das Bemühen wird nicht nach messbaren Kriterien bewertet, sondern qualitativ, basierend auf der positiven Auswirkung des Bemühens auf den Einzelnen als Mensch. Das Üben selbst wird zum Wesentlichen erklärt, zum bedeutsamen Meilenstein auf dem niemals endenden Weg. Der Weg ist ein Kreis, es geht um die Reise selbst, nicht um das Ankommen.

Der Weg ist das Ziel“ – ist ein Sprichwort, das dem chinesischen Gelehrten Konfuzius (551 bis 479 vor dem Jahr Null) zugesprochen wird und das ich unter fast alle meine Texte setze. Das mache ich, um den Lesern die Worte des großen Lehrers näher zu bringen, denn es ist nicht wichtig einen Preis zu gewinnen, sondern am Preisausschreiben teilzunehmen, das ist die wahre Leistung. Die Disziplin aufzubringen und sich nicht wegzuducken, einfach gesagt am Leben teilzunehmen.

In der Lehre des Lehrers aller Lehrer wird die Idee des Weges als Ziel verstanden. Im Westen kennen wir dieses Konzept, dass die Reise selbst, also der Weg, wichtiger ist als das tatsächliche Ankommen an einem Ziel. Das gilt zum Beispiel für Wanderungen, Motorradtouren, Joggen oder Segeln – Aktivitäten, bei denen der Fokus auf dem Prozess des Unterwegsseins liegt. Dabei entsteht ein besonderes Genusserlebnis im Tun selbst, ohne dass ein weiterer Zweck dahintersteht, außer sich gerade im Nichterreichen des Ziels zu erfüllen (was die Tour beenden würde). Deswegen haben auch wir in unserem Kulturkreis einen großen Denker, der sich ganz ähnlich wie Konfuzius äußerte; so sagte Johann Wolfgang von Goethe folgenden klugen Satz: „Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen“.

Ja, es gibt Zwischenziele, die den Fortschritt und das Vorankommen auf dem Weg repräsentieren, wie beispielsweise das Erreichen einer wichtigen Stufe, etwa eines Schulabschlusses, einer Meisterfeier, einem Hochschulabschluss oder auch einer Heirat, die Geburt eines Kindes oder ähnlich wichtige Momente im Leben. Sie markieren zwar auch einen gewissen Erfolg, stellen jedoch letztendlich nur eine weitere Stufe dar. Es gibt keine „wahre“ Meisterschaft, die endgültig und unverbesserlich erreicht wird.

Wer etwas gelernt hat und Fähigkeiten besitzt, wird auf dem Weg immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die es zu bewältigen gilt.

In der Weltsicht, die wir heute Buddhismus nennen, steht das Wachstum und die Selbstentwicklung im Zentrum allen Handelns – es ist eine individuelle und persönliche Reise, ganz subjektiv. Es geht nicht darum, „besser“ zu sein als andere, sondern vielmehr darum, das Beste zu geben, das Du heute sein kannst. Die äußere Form, sei es eine bestimmte Handlung oder Methode, dient lediglich als Mittel zum Zweck, um an deinem eigenen Selbst zu arbeiten. Der gewählte Weg bietet spezifische, oft kontemplative Handlungen als konkretes Werkzeug.

Denn der Weg ist das Ziel!

Lesen in den nächsten Tagen weiter, warum nur der Weg das Ziel sein kann

Der Weg ist nicht im Himmel. Der Weg ist im Herzen

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Der Weg ist immer länger, als man denkt. Aber das ist das Schöne daran, dass man auf dem Weg stetig wächst

Oliver Goldsmith – Anglo-irischer Erzähler und Lustspielautor – 1728 bis 1774

Es gibt keinen vorgezeichneten Weg zum Erfolg. Du musst deinen eigenen Weg finden und ihn mit Leidenschaft gehen

Eleanor Roosevelt – US-amerikanische Menschenrechtsaktivistin – 1884 bis 1962

Der Weg zur Erfüllung liegt nicht darin, nach dem Glück zu suchen, sondern darin, es auf dem Weg zu finden

Unknown – 

Der Weg des Erfolgs ist, nie aufzuhören zu lernen

Unknown – 

Der Weg zur Größe besteht darin, kleine Schritte zu machen, die dich kontinuierlich vorwärts bringen

Unknown – 

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