Sonntag, Juli 21, 2024
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StartChan (Zen) BuddhismusDie Heiligkeit der Worte

Die Heiligkeit der Worte

Die meisten Religionen begründen ihren Anspruch aus Worten, die vor langer Zeit gesprochen wurden, deren Heiligkeit über die Jahrhunderte anwuchs, bis sie zu unerschütterlichen Dogmen wurden, die nicht angezweifelt werden dürfen.

Der Buddhismus (ganz besonders der Chan) hat einen völlig anderen Ansatz, hier sind Worte und Texte nicht im Zentrum der Lehre, sondern die Wiedergabe von „Herz zu Herz“, also von einem Lehrer an einen Schüler, direkt und ohne Vorbehalte.

So wird die buddhistische Lehre relativ unverfälscht weitergetragen, da sich keine Stimme über die andere erheben kann, die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt im Einklang mit dem Universum.

Hier geht es um den Geist des Buddhas, um seine Lehre, seine Intentionen, die natürlich über die Jahrtausende anders interpretiert werden, aber ihrem Sinngehalt nach erhalten bleiben können. Im modernen Leben ist die Sprache das Medium, welches uns helfen kann, uns aber auch häufig zu beeinflussen sucht. Egal ob im Fernsehen, in der Zeitung oder im Netz, die Basis jeder Kommunikation ist das gesprochene Wort.  

Nach der Lehre Buddhas ist der Geist als der Empfänger aller Sinnesempfindungen, der Ort, der die Eindrücke zu einer gefühlten Realität zusammensetzt. Diese Zusammensetzung erfolgt anhand der gebildeten Filter, die wir uns über die Jahre angewöhnt haben. 

So kann beim einen Zuhörer die Lehre anders ankommen wie bei einem anderen, Interpretationen bilden Abwandlungen, unterschiedliches Verständnis ergeben verschiedene Perspektiven

Selbst in der Meditation empfindet nicht ein Mensch wie der andere, aber die jeweiligen Egos, die sind fast identisch. 

Die Heiligkeit der Worte, die gibt es im Buddhismus nicht, hier steht kein schriftliches Werk im Mittelpunkt, das unumstößlich und für die nächsten tausend Jahre die Handlungen der Menschen vorgeben will.

Ganz im Gegenteil erlaubt besonders der Buddhismus als Weltanschauung (die Lehre Buddhas ist eben keine Religion) auf die Erfordernisse der Zeit einzugehen, da der Übertragende ja gerade ebenfalls ein „Kind der Zeit“ ist, also zeitgemäß spricht, denkt und handelt (vergleichbar mit meinem Blog, der als Motto „Buddhismus im Alltag“ führt, nicht Texte aus längst vergangenen Tagen aufzeigt (und wenn ja, dann in neuem „Gewand“)). 

Die Übertragung des Dharmas ist nicht wirklich einfach, haben sich doch unterschiedliche buddhistische Anschauungen ausgeprägt, die Lehre selbst zu vermitteln ist sehr schwer.

Gesichert sind die vier edlen Wahrheiten und der edle achtfache Pfad des Buddhas, die die Grundlagen der Lehre darstellen, doch darüber hinaus ist der Vermittler gefordert, die passenden Worte zu finden, um mit dem Medium der Sprache die Menschen zu erreichen. 

Lasst uns zusammen in die Bedeutung der Lehre des Lehrers aller Lehrers eintauchen, die Heiligkeit des Kontexts fühlen, ohne Worte zu benötigen.

Der Weg ist das Ziel!

Reich sein an Wahrheit, Fleiß, tugendhafter Beherrschung, dabei gute Worte führen, das bringt höchstes Heil

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Worte, Worte, nichts als Worte

William Shakespeare – Englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter – 1564 bis 1616

Alte Worte sind weise Worte

Aus Afrika – 

Indem man die Worte sucht, stellen sich die Gedanken ein

Joseph Joubert – Französischer Moralist – 1754 bis 1824

Die Worte! Die Worte! Man hat im Namen der Barmherzigkeit verbrannt und im Namen der Brüderlichkeit guillotiniert

Jules und Edmond de Goncourt – Französische Sozialromanciers, Kunstsammler, Kunst- und Kulturhistoriker – Jules: 1830 bis 1870; Edmond: 1822 bis 1896

Die Worte aus dem Munde des Weisen bringen ihm Gunst; aber des Toren Lippen verschlingen ihn selber. Der Anfang seiner Worte ist Narrheit und das Ende verderbliche Torheit

Bibel

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