Sonntag, Juli 21, 2024
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StartChan (Zen) BuddhismusBist Du erleuchtet?

Bist Du erleuchtet?

Es ist so eine Sache mit dem Chan-(Zen)-Buddhismus, die Essenz der Lehre ist die Erleuchtung.

Wer sich (so wie ich) aus dem Fenster lehnt und sich als buddhistischer Lehrer ausgibt, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er denn selbst erleuchtet ist. Das ist eine sehr schwierige Frage, denn wenn ich antworten würde, dass ich erleuchtet bin, dann wird es eben nicht einfacher, dann fangen die Schwierigkeiten erst an.

Sofort wird abgecheckt, ob meine Aura auch passend leuchtet, ob ich übernatürliche Kräfte habe, vielleicht auch über das Wasser laufen kann. Jedenfalls Wunder sollte ich schon vollbringen, Wünsche erfüllen wäre auch gut, und Krankheiten mit „Hand auflegen“ heilen sollte jedenfalls „drin sein“.

Klar könnte ich mich auch um die Antwort drücken, etwa mit einem Koan antworten (das sieht clever aus, und ist ausserdem geheimnisvoll), aber das ist feige.

Was ich aber antworte ist, dass ich seit vielen Jahren die Lehre Buddhas studiere, große Anstrengungen dabei unternommen habe, viele Dinge verstanden habe, an anderen aber immer noch im Prozess bin. Wer an meinen Erkenntnissen Anteil haben mag, der ist willkommen. Wer meint, dass meine Worte „falsch“ sind, der kann ganz einfach weiterklicken, muss nicht hier lesen (oder hören).

Diesen Entschluss, mir zuzuhören, oder auch nicht, den muss ein Jeder selbst treffen, sich überlegen, wer er/sie wirklich ist, oder einfach weiter den Kopf in den Sand stecken, das geht natürlich auch.

Wer wollen Sie sein? Wer sind Sie?

Wenn Sie unter Ihrer Rolle im Leben einmal schauen, dort graben, dann finden Sie vielleicht die Person, die Sie wirklich sind. Unabhängig von Wünschen oder vom Wollen, sondern die Realität, die zwar immer noch ein Traum in einem Traum ist, aber auf die sich Werte und Inhalte aufbauen lassen.

Wir alle spielen unsere Rollen, wir funktionieren, sind in Zwänge gepfercht, müssen dies erledigen, jenes tun, hier sein, dort sein, alles ist so surreal. Aber Buddhisten sind Realisten, keine Träumer. Je weiter wir uns mit unserem Ich beschäftigen, desto mehr kommen wir zur Ruhe, endlich ist Frieden mit unserem Selbst wenigstens möglich.

Wenn mich also jemand fragt, ob ich erleuchtet bin, dann werde ich darauf so antworten, wie ich es hier dargelegt habe. 

Ich kann nicht über das Wasser gehen, ich bin nicht die richtige Person um Krankheiten durch „Handauflegen“ zu heilen, und Wünsche erfüllen kann ich auch nicht. Was ich aber kann, das ist Ihnen den Weg zu zeigen, gehen müssen Sie ihn dann selbst.

Der Weg ist das Ziel!

Die Gedanke der Begierde sind in mir entstanden. Dies führt zu meinem eigenen Leid, zum Leid anderer

Buddha – Ehrenname des Siddharta Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

So tauml‘ ich von Begierde zu Genuß, und im Genuß verschmacht‘ ich nach Begierde.

Johann Wolfgang von Goethe – Deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker – 1749 bis 1832

Süße Träume wecken meine Begierde

Mönch von Salzburg – Mittelhochdeutscher Dichter – um 1200

Laß deine Begierde, so findest du Ruhe!

Thomas von Kempen (Eigentlich Thomas Hemerken) – Holländischer Augustinermönch – um 1380 bis 1471

Nicht die Armut bewirkt Schmerz, sondern die Begierde

Epiktet – Griechischer Stoiker, Sklave und Philosoph – um 50 bis 138

Der Sieg über die eigene Begierde ist das Kennzeichen wahren Glaubens.

Nizami (Neẓām ad-Dīn Abū Muhammad Elyās ibn Yusūf ibn Zakī ibn Mu’ayyid) – Aserbajdschanischer Dichter – 1141 bis 1209

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