Den Buddhismus besser verstehen

Den Buddhismus besser verstehen

Den Buddhismus aus westlicher Perspektive zu verstehen erscheint sehr schwierig.

Der große Lehrer ist schon sehr lange tot, nachfolgende Generationen haben seine Philosophie zum Teil stark abgeändert.

Für viele Menschen im Westen ist Buddhismus heute eine Religion, andere sehen darin eine spirituelle Praxis, eine Weltanschauung. Beiden Ansichten ist gemeinsam, dass im Kern ein gesundes Leben propagiert wird, der Körper dabei besonders gepflegt werden soll.

Wer in Asien gereist ist der weiß, dass der Buddhismus über die Jahrhunderte mit den lokalen Gepflogenheiten verwachsen ist, dass zum Teil auch Aberglaube, Mythologie und vorbuddhistische Ansichten mit der Lehre des Lehrers aller Lehrer verwoben wurden.

Auch wird immer wieder das „Ehren der Vorfahren“ und das „Pflegen von Traditionen“ angeführt, ohne aber zu klären, inwieweit solche Gedanken den Auffassungen Buddhas entsprechen würden.

Der von Bodhidharma im Shaolin Tempel China begründete Chan-(Zen)-Buddhismus unterscheidet sich hier fundamental von allen anderen in Asien geprägten Stilen. Nach Bodhidharma geht es im Chan (Zen) um die „Übertragung der Lehre jenseits von Wörtern und heiligen Schriften“, da Buddha seine Anhänger immer wieder anwies, die Lösung ihrer Fragen „in sich“ zu suchen, und somit auch keinem „Anführer“ zu folgen, sondern sich auf sich selbst zu verlassen.

Nach Buddha sollen seine Anhänger die persönliche „Erleuchtung“ auf der Grundlage persönlicher Praxis und erfahrungsmäßiger Selbsterkenntnis anstreben, und keinesfalls in Rituale oder Glaubensvorschriften abfallen. Der große Lehrer „wußte“ schon zu seinen Lebzeiten, dass auch seine Weltsicht zu einer Religion erhoben werden würde, und er sprach sich gegen solch eine Praxis aus. Ihm war klar, dass die menschliche Tendenz zur Anbetung einer höheren Instanz für seine Lehre ein schweres Hindernis sein würde.

Diejenigen, die sich bemühen den „Mittelweg“ zu finden und zu gehen, die sind allerlei Einflüssen und Lehrmeinungen ausgesetzt, jede Linie hat ihre Konventionen, ihre Formen, ihre spezielle Praxis, mit der Buddha gehuldigt wird. Aber Buddha wollte nicht, dass wir ihm huldigen, er wollte, dass wir uns auf den mittleren Weg begeben, um die Reise zur „Erleuchtung“ endlich anzugehen.

All die Kulte, die in verschiedenen Ländern und Lehren gepflegt werden, die sind nur eine mehr oder weniger nützliche Requisite, die helfen soll, die Lehre nicht in Vergessenheit fallen zu lassen.

Aber damit wird das Ego nicht zur Ruhe gebracht sondern noch angestachelt, dass mit dem Wort „Buddhismus“ nur ein Deckmantel für neue Kulte geschaffen werden soll.

Als Anfänger mit Buddhismus hat man es schwer. Ich für meinen Teil folge der reinen Lehre Buddhas, sowie den Ausprägungen, die seine Weltsicht durch Bodhidharma im Shaolin Tempel China erfahren hat.

 

Sei, wo du bist, sonst wirst du dein Leben vermissen

Buddha – Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet

Joachim Meisner – Deutscher Geistlicher, Erzbischof des Erzbistums Köln und Kardinal – 1933 bis 2017

Religion ist eine menschliche Erfindung, die sich schleichend ausbreitet. Man weiß sehr wohl, wie sie beginnt, wie sich schüchtern die ersten Kulte etablieren und dann entwickeln, wie die ersten Götter Gestalt annehmen und diverse Funktionen bekommen, und wie sich ihre Zahl verringert, bis es schließlich nur noch einen gibt

Jean-Claude Carrière – Französischer Drehbuchautor und Schriftsteller – geboren 1931

Es existiert ein Kult der Ignoranz in den USA und das war schon immer so. Die Bedrohung durch den Anti-Intellektualismus war eine Konstante, die sich durch unser politisches und kulturelles Leben zieht, genährt durch die falsche Annahme, dass Demokratie bedeutet: „Meine Ignoranz ist genauso viel wert wie Dein Wissen

Isaac Asimov – US-amerikanischer Biochemiker und Science-Fiction-Schriftsteller – 1920 bis 1992

Der Aberglaube ist die einzige Religion, deren niedere Seelen fähig sind

Joseph Joubert – Französischer Schriftsteller und Moralist – 1754 bis 1824

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben

Alexander von Humboldt – Deutscher Forschungsreisender – 1769 bis 1859

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