Chan (Zen) Buddhismus im Alltag

Wo will ich hin?

Ja, wo wollen Sie denn hin?

Haben Sie eine Richtung für sich selbst gefunden?

Ohne Orientierung, ohne Perspektive, ohne Plan, so schleppen sich die meisten Menschen durch das Leben. Mit etwas Klarheit lichten sich dann schnell die Nebel vor den Augen, aber am Anfang steht die Frage, wo wollen Sie überhaupt hin?

Ja, es stellt sich immer wieder die Frage, wie es weitergehen soll. Wenn man sich einmal entschieden hat, dann können immer wieder neue Eindrücke entstehen, neue Menschen in das Leben kommen, neue Gelegenheiten und Chancen sich auftun. Wir müssen uns sogar häufig entscheiden, am Morgen fängt es an, Marmelade oder Nutella, das ist dann die Frage.

Da hilft natürlich eine Form von Grundordnung, an der sich dann die vielen kleinen Entscheidungen ausrichten. Eine Grundordnung setzt aber voraus, dass wir uns mit unserem Ich auseinandersetzen, dass wir uns auch schmerzhafte Frage stellen. Fragen, wie etwa: Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?

Anhand der Antworten zeigt sich, zuerst zaghaft, dann eine Grundordnung, eine Art der Reiseroute. Buddha wählte für sich den „mittleren Weg“, einen Pfad, der zu Achtsamkeit, Frieden und Erleuchtung führte. Wäre das für Sie auch ein lohnendes Reiseziel?

Auf der Reise werden Sie entscheidende Begegnungen haben (auf jeder Reiseroute, egal wohin), die allerdings je nach gewähltem Weg andere Erlebnisse bringen werden. So könnte auf dem einen Weg ein liebevoller Partner warten, auf einem anderen Pfad aber nicht, was dann wieder bedeuten könnte, dass Sie dabei keine Kinder hätten, dafür aber mehr Freunde finden würden, einen anderen Lebensunterhalt wählen könnten, andere Hobbys pflegen würden, völlig andere Ziele sich offenbarten.

Und dann kommt ja noch dazu, dass wir häufig einen Umweg gehen, ja sogar gehen müssen. Es passieren Dinge, wir treffen Menschen, die uns in eine komplett andere Richtung schubsen, dazu kommen noch Zweifel, wir fangen schnell an uns zu hinterfragen, verlieren das Gleichgewicht, werden orientierungslos. Wenn wir später auf solche Momente zurückblicken erscheinen uns gerade diese Situationen als Wendepunkte im Leben.

Da kann ich nur raten, dass Sie genau dann die Geschwindigkeit herausnehmen, immer wenn wir Wendepunkte passieren, dann können wir sehr schnell aus der Kurve fliegen.

Geben Sie sich die Zeit, die Sie benötigen, übereilen Sie NICHTS, denken Sie an Buddha, der sagte, dass alles so kommt, wie es kommen muss, Sie tragen daher auch keine Schuld, das Karma war vorherbestimmt. Vielleicht resultiert die Situation aus einem vorherigen Leben, aber jetzt, jetzt sind Sie unschuldig.

Wenn Sie nach Orientierung suchen, dann sollten Sie auf Ihren Körper hören. Stellen Sie sich die verschiedenen Situationen bildlich vor, und spüren Sie in sich hinein. Wie fühlt sich die Sache an, wenn Sie so darüber nachdenken. Nicht was Sie sich wünschen ist gefragt, nein, wie es sich anfühlt.

Der Weg ist das Ziel!

 

Läutere den konzentrierten Geist

Buddha – Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Weil wir so trocken sind, so leer und ohne Liebe, haben wir es den Regierungen erlaubt, die Erziehung unserer Kinder und die Richtung unseres Lebens zu ergreifen

Jiddu Krishnamurti – Spiritueller Lehrer indisch-brahmanischer Herkunft – 1895 bis 1986

Der Genius weist den Weg, das Talent geht ihn

Marie von Ebner-Eschenbach – Österreichische Schriftstellerin – 1830 bis 1916

Auf einem Dampfer, der in die falsche Richtung fährt, kann man nicht sehr weit in die richtige Richtung gehen

Michael Ende – Deutscher Schriftsteller – 1929 bis 1995

Die Jugend soll ihre eigenen Wege gehen, aber ein paar Wegweiser können nicht schade

Pearl S. Buck – US-amerikanische Schriftstellerin – 1892 bis 1973

Unzufriedenheit ist der erste Schritt in Richtung Fortschritt; für den Einzelnen wie für die Nation

Oscar Wilde – Irischer Schriftsteller – 1854 bis 1900

Liebe besteht nicht darin, daß man einander ansieht, sondern daß man gemeinsam in die gleiche Richtung blickt

Antoine de Saint-Exupéry – Französischer Schriftsteller und Flieger – 1900 bis 1944

Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, einmal daraus zu erwachen

Josephine Baker – Amerikanische Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin – 1906 bis 1975

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