Chan (Zen) Buddhismus im Alltag

Haben wir schon einmal gelebt?

Buddhisten glauben an die Wiedergeburt, die Reinkarnation.
 
Die sog. Wiedergeburtslehre vermittelt, dass wir Menschen wieder und wieder auf die Welt kommen, um uns zu entwickeln, und um uns aus Verhaftungen zu lösen. So können wir dann die Vereinigung mit dem Göttlichen erreichen. Nach der Philosophie Buddhas steht am Ende die „ERLEUCHTUNG“, die den Zyklus der Wiedergeburten beendet.
 
Beim Sterben verläßt das „Ich“ den physischen Körper. Alle Erfahrungen, die Persönlichkeit mit ihren Neigungen, all dies nimmt das „Selbst“ mit, ganz besonders auch das „KARMA“ folgt dem „Ich“ in eine Zwischenwelt, der Welt der „Leere“. Aber diese Welt ist nicht wirklich leer, nur ist sie völlig anders. Hier ist alles Energie, Schleifen und Spiralen voller unbändiger Kraft, in unglaublichen Farben, agieren räumlich und zeitlich miteinander, die Energien von vielen verschiedenen „Ichs“ treffen sich, erschaffen in der Konsequenz neues Leben, sie interagieren, sie harmonieren.
 
Aus dem unendlichen Meer der Energien sucht sich das jeweilige „Ich“ eine neue Familien aus, genau im Moment der Zeugung fällt der Entschluss, das „Ich“ reinkarniert, die Wiedergeburt ist, entsprechend dem „Karma“, vollbracht!
 
Viele Religionen und Weltanschauungen glauben an die Wiedergeburt.
 
Nun macht das „Ich“ neue Erfahrungen, erfüllt seine Aufgaben, bis das Leben wieder abgelaufen ist. Der Kreislauf der Wiedergeburt beginnt erneut, wenn das „Ich“ in diesem Abschnitt keine „ERLEUCHTUNG“ erlangt hat.
 
Skeptiker sagen jetzt, dass dies völliger Blödsinn ist. Ich verstehe diese Position, vor 30 Jahren habe ich mich noch ganz ähnlich geäußert. Ohne dauerhafte Einsicht in die gesamtheitliche Wirklichkeit der Realität, außerhalb der „nur“ gefühlten Realität, kann man das Konzept der Wiedergeburt schwer verstehen.
 
Nun stellt sich die Frage, wenn wir schon mehrfach gelebt haben, ob wir uns dann auch an die vorherigen Leben erinnern können?
 
Eine Technik, die dieser Frage nachgeht, ist die Reinkarnationstherapie, auch Rückführung genannt.
 
Eine Rückführung, funktioniert das wirklich? Ist sie erklärbar, oder handelt es sich um Phantasien, die aus der Esoterik stammen.
 
Haben wir schon einmal gelebt? Hat sich unser „Ich“ immer wieder einen neuen Körper gesucht, geht es nach dem Tod „weiter“?
 
Eigentlich ein schöner Gedanke, dass nicht „Schluß“ ist.
 
Letztendlich geht es bei der Reinkarnationstherapie um die Sprache der Seele, wirklich „beweisen“ kann man Reinkarnation natürlich nicht.
 
Basis der Therapie ist eine spezielle, sehr „tiefe“ Atmung (Holotropes Atmen), um in eine Art von Trance zu kommen (nach ca. 15 Minuten). Dann stellt der Therapeut Fragen, die bei der Erforschung des eigenen, vergangenen „Ichs“ helfen.
 
Generell ist von Selbstversuchen abzuraten, vielleicht gibt es in ihrer Nähe einen Therapeuten, der Rückführungen anbietet.
 
Haben Sie den Mut, sich einer solchen Rückführung einmal zu stellen?

 
Reinkarnation und Karma bilden einen wundervollen, ganz unvergleichlichen Weltmythos, gegen den wohl jedes andere Dogma kleinlich und borniert erscheinen muss
Richard Wagner – Deutscher Komponist – 1813 bis 1883
 
Nimmer vergeht die Seele, vielmehr die frühere Wohnung tauscht sie mit neuem Sitz und lebte und wirkt in diesem. Alles wechselt, doch nichts geht unter
Pythagoras – Griechischer Philosoph und Gründer einer einflussreichen religiös-philosophischen Bewegung – 570 bis 510 v. Chr.
 
Der Satz vom Bestehen der Energie fordert die ewige Wiederkehr
Friedrich Nietzsche – Deutscher Philosoph – 1844 bis 1900
 
Nur die Widerwärtigkeiten des Lebens können uns von der Eitelkeit des Lebens überzeugen, und so die uns angeborene Liebe zum Tod oder zur Wiedergeburt zu einem neuen Leben verstärken
Leo Tolstoi – Russischer Schriftsteller – 1828 bis 1910
 
Jeder Jäger wird einmal ein Hase, früher oder später, denn die Ewigkeit ist lang
Wilhelm Busch – Deutscher Dichter – 1832 bis 1908
 
Ich lebte als Stein und wurde Pflanze. Ich lebte als Pflanze und wurde Tier. Ich lebte als Tier und wurde Mensch. Das ist mein Dasein
Rumi – Persischer Mystiker – 1207 bis 1273
 
„Waren unsre Wesen schon verflochten?
War es darum, daß die Herzen pochten?
Waren wir im Strahl erloschener Sonnen,
In den Tagen lang verrauschter Wonnen,
Schon in Eins zerronnen?
Ja, wir waren innig uns verbunden
Warst Du in Äonen, die verschwunden;
Meine Muse sah es auf der trüben
Tafel der Vergangenheit geschrieben:
Eins, mit deinem Lieben.“
Friedrich Schiller – Gedicht an Laura – Deutscher Philosoph – 1759 bis 1805
 
„Sollte die unsterbliche Seele wohl in der ganzen Unendlichkeit ihrer künftigen Dauer, die das Grab selbst nicht unterbricht, sondern nur verändert, an diesen Punkt des Weltraumes, an unsere Erde, jederzeit geheftet bleiben? Sollte sie niemals von den übrigen Wundern der Schöpfung eines näheren Schauens teilhaftig werden? Wer weiß, ist es ihr nicht zugedacht, daß sie dereinst jene entfernten Kugeln des Weltgebäudes und die Trefflichkeit ihrer Anstalten, die schon von weitem ihre Neugierde so reizen, von nahem soll kennenlernen? … Wer weiß, laufen nicht jene Trabanten um den Jupiter, um uns dereinst zu leuchten?“
Immanuel Kant – Deutscher Philosoph – aus die „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels“ von 1755 – 1724 bis 1804
 
„Die Psychose ist oft der Gegenstand meines Nachdenkens. Wer kennt die große Gottesironie, die allerlei Wiedersprüche zwischen Seele und Körper hervorzubringen pflegt! Wer kann wissen, in welchem Schneider jetzt die Seele eines Cäsars wohnt! Wer weiß, ob die Seele Gregors VII. nicht in dem Leibe des Großtürken sitzt und sich unter tausend hätschelnden Frauenhände behaglicher fühlt als einst in ihrer purpurnen Kutte … Die Seele der beiden Schächer, die zur Seite des Heilands gekreuzigt worden sind, sitzen vielleicht jetzt in dicken Bäuchen und glühen für den orthodoxen Lehrbegriff … Wer weiß!
Die Seele des Pythagoras ist vielleicht in einen armen Kandidaten gefahren, der durch das Examen fällt, weil er den Lehrsatz des Pythagoras nicht beweisen konnte, während in seinen Examinatoren die Seelen jener Ochsen wohnen, die einst Pythagoras, aus Freude über die Entdeckung seines Satzes, den ewigen Göttern geopfert hatte.“
Heinrich Heine – Deutscher Dichter – 1797 bis 1856
 
„Lange habe ich mich gesträubt,
endlich gab ich nach,
wenn der alte Mensch zerstäubt,
wird der neue wach.
Denn so lang du das nicht hast,
Dieses Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde“
Johann Wolfgang von Goethe – Deutscher Dichter – 1749 bis 1832
 
Eine Wiedergeburt nützt nicht viel, wenn du in deiner nächsten Reinkarnation noch immer nicht weißt, wer du bist
Eckhart Tolle – Spiritueller Lehrer – geb. 1948
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