Chan (Zen) Buddhismus im Alltag

Buddhismus und der Papst

Papst

Gerade ist das Netz voller Meinungen über den Papst.

Eine Gläubige hat ihn zu sich herangezogen, der Papst hat ihr auf die Hand geklopft.

Jetzt stellt sich allerdings die Frage, warum die Aufregung so groß ist. Wie muss er denn sein, der Papst? Darf er keine menschlichen Reaktionen zeigen? Muss er den Vorstellungen entsprechen, die wir von einem Papst haben, von einem „Stellvertreter Gottes“?

Und warum darf er nicht ungehalten reagieren? Immerhin ist er ein älterer Herr, und die Frau hat ihn egoistisch „in Anspruch“ genommen.

Aber ob ihr oder sein Verhalten richtig oder falsch sind oder waren, darum soll es hier nicht gehen. Ich schreibe hier über die Vorstellungen, die wir vom Papst haben, oder auch von Buddha. 

Wie hat oder hätte er zu sein, was ist unsere Erwartungshaltung, und was passiert, wenn unsere Erwartung dann nicht erfüllt wird?

In der Vorstellung der westlichen Welt war Buddha ein friedlicher, meditierender Mann, der Weisheit und Güte ausstrahlte, keine bösen Dinge tat, die Sorgen und Nöte der gesamten Menschheit auf sich nahm.

Aber auch Buddha war ein normaler Mann; er war verheiratet, hatte ein Kind. Unsere Vorstellungen über ihn sind wahrscheinlich häufig falsch. Seine größte Errungenschaft war das Erreichen der „Erleuchtung“, den Zustand des Erwachens.

Seine „Erleuchtung“ macht Buddha bis heute zu einem Vorbild für uns, seine Handlungen und Reden erklären das „Erwachen“, aber unsere Vorstellungen machen aus Buddha einen Gott.

Buddha sagte ausdrücklich, dass er nicht angebetet werden wollte.

Er war ein normaler Mann (allerdings mit Erleuchtung); unsere Vorstellungen führen uns häufig in die Irre.

Genau so verhält es sich mit dem Papst, unsere Erwartungen an ihn sind vielleicht zu hoch. Ein Heiliger ist er nicht und muss er auch nicht sein.

 

Es schmerzt mich, wenn ich einen Priester oder eine Nonne mit dem neuesten Automobil sehe

 Papst Franziskus – Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche – geb. 1936

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